Sonntag, 30. Januar 2011

Crossing the lake

Sonntag haben wir ein grosses Wagnis unternommen und Lake Mendota (den grossen See) zu Fuss überquert. Wir sind in Middleton am Marshall Park gestartet und wollten über Picnic Point bis zu David's Haus laufen. Durch den geringen Schneefall der letzten Tage haben wir nicht mit viel Schnee auf dem See gerechnet - was sich aber als Fehlinterpretation herausgestellt hat. Wir hatten mit 15 bis 20 cm Schnee zu tun, was die 4.6 Meilen (7,4 km) doch wirklich recht lang erscheinen lässt. Unsere Route seht ihr hier:

View Crossing the lake in a larger map
Der längste Abschnitt war mit Abstand zum Frautschi Point. Obwohl wir bis hierhin nicht mal die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten, haben wir 1 3/4 Stunden dafür gebraucht. Von hier aus konnten wir dann meist in Snowmobile-Spuren laufen, so dass wir die ganze Tour in 3 Stunden geschafft hatten. In der Union gab es dann erst mal Tee und Kaffee zum Aufwärmen der Hände. Alles andere war eigentlich durchs Laufen ganz warm.
Nach einer guten halben Stunde Pause sind wir dann mit dem Bus zu David gefahren, der uns dann wiederum zu Hause abgesetzt hat. Nach kurzem Aufwärmen sind wir zurück ins Auto und haben Essen zum Grillen eingekauft. Wir hatten uns nämlich unterwegs gedacht, so ein bisschen Grillen würde den Tag gut beschliessen.
So standen wir dann also um 20:30 Uhr bei -8˚C auf David's Einfahrt und haben Würstchen und Burger gegrillt, die wir dann aber drinnen verdrückt haben. Haben wir die Nacht gut geschlafen!
















Hier sieht man vom Picnic Point zurück in den Norden zur untergehenden Sonne. Der Schneewall kommt von den zwei großen Eisplatten, die sich hier übereinandergeschoben haben.

Montag, 24. Januar 2011

Diese Woche ist Restaurant week!

Das neue Jahr hat begonnen und wir haben auf der Arbeit beschlossen, dass wir das Jahr mit einem gemeinsamen Lunch beginnen wollen. Rein zufällig ist diese Woche aber Restaurant week, so dass wir von Lunch auf Dinner umgeschwenkt sind und mit 19 Mann ins Samba (Brazilian Grill) eingefallen sind. Bei der restaurant week bekommt man in den teilnehmenden, ansonsten sehr hochpreisigen Restaurants für pauschal $25 ein 3-Gänge-Menü. Dabei kann man aus 3 unterschiedlichen Optionen wählen.
Im Samba gibt es immer Buffet, wobei man aber statt sonst $45 eben für den vergünstigten Preis essen kann. Es gibt dort eine riesige Salatbar mit Käse, Nüssen, Knoblauchcreme, unterschiedlichen grünen Salaten und auch fertige Nudel- und Kartoffelsalate. Daneben gibt es warmen Knoblauchkartoffelbrei und Bohnen. Die Hauptattraktion ist dann natürlich das Fleich am Spiess, dass von Gauchos am Tisch gereicht wird. Es gibt unterschiedliche Sorten, wie Huhn, Lamm, Filetstücke vom Rind und Schwein und laut Christian war alles sehr gut. Für Vegetarier wie mich gab es natürlich einen Discount, aber immerhin habe ich auch gegrillte Ananas vom Speiss bekommen.
Der Abend war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis und laut Tim war das Essen auch sehr authentisch. Viva la Brazil!

Freitag, 21. Januar 2011

Ein Land voller Sportbegeisterter

Heute haben wir uns mal wieder überreden lassen mit ein paar Freunden ins Station - in diesem Fall ins Kohl Center - zu gehen und ein Ice Hockey Spiel anzusehen. Ein Collegespiel unsere Badger gegen die Mavericks aus Minnesota. In Madison sind alle Badger, weil ein Dachs das Maskottchen unserer Uni ist. Und natürlich ist es Pflicht bei unseren Sportveranstaltungen etwas rotes anzuhaben, weil rot die Farbe der Uni ist. Hier gibt es sogar Tage, die unter dem Motto "Wear red" stehen. Dann bekommt jeder Student - aber auch ich - kostenlose Cookies, Hot dogs oder auch schon mal Kinokarten. Das macht deutlich, wie eingeschworen wir hier sind...und der Gegner hatte am Freitag wahrlich nichts zu lachen. Bei den Collegeteams reisen keine grossen Fangemeinden mit, so dass die lila Mavericks umzingelt von roten Badgerfans spielen mussten.
Die Spiele gehen 3 mal 20 Minuten, mit 15 minütigen Pausen. Die Spielzeit verging wie im Flug, da Ice Hockey ja ein sehr schneller Sport ist. Die Badger lagen auch schnell mit einem Tor vorne, was die Mavericks vom Publikum richtig aufs Brot geschmiert bekommen haben. Hier werden ja bei allen Sportarten andere Sprüche zum Besten gegeben. Hier ist es "Sieve, Sieve, Siiiiiieve", was soviel bedeutet wie versenkt (wörtlich sieben) und von kreisenden Handbewegungen begleitet wird.
In der Halbzeit macht dann das Badger-Maskottchen eine Show und das Eis wird mit zwei Maschinen wieder aufbereitet. Dazu spielt dann die Uni-Blaskapelle ein paar Anheizhymnen, die ebenfalls von Tänzen begleitet werden. Die meiste Aktion ist im student corner, der fast ein viertel der Sitzplätze ausmacht. Studenten bekommen die Tickets natuurlich auch zu Sonderkonditionen.
Nachdem die Mavericks ein Tor erzielt hatten, haben unsere Badger dann zum Glück noch zwei weitere Bugs versenkt und wir haben gewonnen. Christian hätte sich aber über 5 Tore gefreut, weil er dann mit unseren Eintrittskarten ein kostenloses Eis bei Culver's bekommen hätte. Naja, immerhin haben sie gewonnen!
Nach Spielende sind wir dann noch bei -27 ˚C mit den Menschenmassen auf die State Street gelaufen und haben den Abend im Tavern Plaza ausklingen lassen.
Brrr...die Temperaturen haben wirklich zu einem Ice Hockey match gepasst!

Dienstag, 4. Januar 2011

New York City

Saturday, January 1st:
Nach einer kurzen Silvesternacht bin ich am morgen zufällig um 6:52 am aufgewacht um festzustellen, dass unser Wecker bzw. unsere iPhones die Jahreszahlumstellung nicht problemlos mitgemacht hatten. Wir hatten verschlafen! Durch den ersten Schock hellwach waren wir 5 Minuten später aus der Tür und in 12 min (statt normal 20) am Flughafen. Den Flieger um 8:00 am haben wir super erwischt und sind über Cincinnati, OH nach 4,5 h in New York angekommen. Dort haben wir dann unser Hotelzimmer in Soho an der Grenze zu Greenwich Village bezogen und uns über unser Schnäppchen gefreut. Wir hatten ein wirklich schönes, ruhiges Zimmer mit tollem Bad in super Lage.
Als wir los in die Stadt wollten, haben wir sofort gemerkt, dass New York noch etwas hipper ist als Madison. Wir konnten uns von Google Maps die beste Subway Linie zwischen unserem aktuellen Standort und der Zieladresse ausgeben lassen - mit den nächsten Abfahrtszeiten oder auf Wunsch auch für eine bestimmte Uhrzeit. Für Busse funktioniert das zwar leider nicht, aber das öffentliche Verkehrssystem ist super einfach. In Manhattan Updown sind alle Strassen durchnummeriert: von Westen nach Osten mit abnehmenden Nummern und Avenue, wobei bei Fifth Avenue der Wechsel von West und East ist; von Süden nach Norden mit zunehmenden Nummern und Street. So sind wir letztendlich auch ohne iPhone zurecht gekommen.
Was allerdings ohne iPhone gar nicht gegangen wäre, ist unser Sightseeing app. Hiermit konnten wir uns Sights in unserer Nähe anzeigen lassen und die Beschreibung dazu entweder Lesen oder Anhören. Alternativ konnten wir auch fertige Routen auswählen und ablaufen (ebenfalls zum Lesen oder Hören). Die letzte größere und wohl interaktivste Variante hat uns durch Eingabe unserer Präferenzen eine personalisierte Tour zusammengestellt. Das war superflexibel, auch wenn die Audiostücke nur mit Netz gingen und wir sie daher nicht in der U-Bahn hören konnten. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.
In der Abenddämmerung sind wir dann mit Menschenmassen am Times Square spazieren gegangen und haben ein paar Flagshipstores angeschaut (wie z. B. Toys 'R' Us, M&Ms, ). Zurück in Greenwich Village haben wir uns dann mit vegetarischem Sushi in Soy & Sake den Bauch vollgeschlagen. In dieser Nacht hatten wir keine Probleme einzuschlafen - der Tag war schließlich lang und aufregend.

Sunday, January 2nd:
Am Morgen sind wir zum Flohmarkt nach Hell's Kitchen und haben auf dem Weg noch was gefrühstückt. Unsere (mittlerweile) Lieblings-Ei-Zubereitungsart "over easy" und einen Marmeladenbagel. Schließlich sind wir in der Geburtststadt der Bagels. Der Flohmarkt war entgegen dem advertisement recht klein (jedenfalls im Winter), so dass wir recht zügig durch waren und zum eigentlichen Sightseeing losgezogen sind. Vom Times Square (42nd Street and 7th Avenue) zu Bryant Park zwischen Sixth und Fifth Avenue mit ice skating rink und kleinen Künstlerbuden; dann weiter auf die Fifth Avenue um die weihnachtliche/winterliche Deko zu bewundern.
Die erste größere Station war das Rockefeller Center mit dem berühmten ice skating rink und riesigem Weihnachtsbaum vor dem dazugehörigen GE building. Hier war auch ein großer Lego-Store, der sehr schöne riesige aus Lego gebauten Figuren ausgestellt hatte. Sah alles nach griechischer Mythologie aus und eine Schlange hat sich durchs gesammte Geschäft geschlengelt. Ansonsten gab es leider nichts, was es nicht auch im Online-Shop gibt und da bin ich ja wegen Kilian und Quirin immer auf dem neuesten Stand.
Schräg gegenüber ist die St. Patrick's Cathedral, eine der wenigen schönen katholischen Kirchen, die wir bisher gesehen haben. Weiter ging es dann über z. B. Tiffany & Co zum Apple Store. Nächster Programmpunkt war das Guggenheim Museum. Leider war die Schlange hier so lang (ca. 1,5 h), dass wir uns gegen einen Besuch alter und neuer Meister entschieden haben. Das fand vorallem Christian richtig schade. Stattdessen haben wir einen kurzen Marsch durch den Central Park gewagt, aber kurz danach wegen des vielen Matsches abgebrochen. Stattdessen sind wir zum Schauplatz einiger Hollywood-Filme wie z. B. "Catch me if you can" - zur Grand Central gefahren. Der Bahnhof ist wirklich riesig und beeindruckend. Am meisten hat uns aber der Food Court beeindruckt. Eine schnuckelige, kleine Bäckerei "magnolia Bakery" hat uns ein süßes Treat verschafft: ein Chocolate Cupcake für Christian und einen White Chocolate Caramel Macadamia Cheesecake für mich. Das Teil war zum Reinsetzen - aber auch so gehaltvoll, dass mir Christian ordentlich helfen musste, dass Teil zu verdrücken. Sonst hätte ich einen Zuckerschock bekommen.
Zum Abendessen sind wir dann vom Hotel aus nach Little Italy ins Lombardini's gelaufen - der ersten Pizzeria in den Vereinigten Staaten: Pizza mit echtem Mozzarella und frischem Basilikum auf einer silbernen Tortenplatte wie in Chicago. Anschließend mussten wir uns noch etwas bewegen und sind durch durch Little Italy und Chinatown geschlendert.

Monday, January 3rd:

An unserem Geburtstag haben wir dann schön lange geschlafen umd nach dem Frühstück im Hotel sind wir Downtown zur Staten Island Ferry gefahren. Die Fähre bringt Pendler nach Manhattan und ermöglichte uns einen tollen Blick auf die Statue of Liberty, die Einwanderungsinsel Ellis Island und beim Rückweg natürlich auch auf die Skyline von New York. Zurück in Manhattan haben wir uns wieder mit Audiotour durch die Geschichte der Stadt - vom holländischen New Amsterdam über die Bedeutung im Unabhängigkeitskrieg bis hin zum heutigen Finanzzentrum Wall Street - führen lassen. Zum Mittagessen sind wir dann Richtung Chinatown und haben in einem vegetarischen Dim Sum Laden gegessen. Das Essen war echt gut, aber so eine schlechte oder besser gesagt unfreundliche Bedienung haben wir in USA das erste Mal erlebt. Die Chinesen sind wohl manchmal gerne unter sich. Ich bin auch sicher, dass man mit Chinesisch als einziger Sprache in NY gut über die Runden kommt.
Am Nachmittag sind wir dann wieder Uptown - diesmal zum Empire State Building. Zwar hatten wir beschlossen nicht extra auf den Sonnenuntergang zu warten, durch fast 60 Minuten Wartezeit hat es sich dann aber von selbst ergeben. Das war wunderschön und trotz der ca. 150 anderen Besuchern fast so romantisch wie bei "Schlaflos in Seattle".
Danach haben wir uns für den Abend gegen eine Broadwayshow entschieden und stattdessen das gemacht, was wir beide so richtig genießen: wir sind zurück nach Chinatown und haben uns beide eine Stunde lang massieren lassen. Das war erstklassig!
Zum Abendessem gab's stilecht für unsere aktuelle Heimat einen Burger in SoHo und danach als Absacker nen Cosmopolitan in einer urigen Bar (Fanelli's) ein paar Blocks weiter.


Tuesday, January 4th:
Am vierten Tag haben wir uns SoHo auch noch einmal bei Tag angeschaut, bei einer kleinen französischen Bäckerei Croissants und Pain au Chocolate gefrühstückt und dann die Jungdesigner und viele kleine Spezialitätenlädchen unter die Lupe genommen. Für uns sah es so aus als sind die Jungkünstler in kleinen Galerien in NoHo zu finden und die Klamottendesigner in SoHo, aber das kann ja auch ständig wechseln. Das Windowbrowsen war jedenfalls sehr inspirierend und ich habe ein paar Ideen, die ich entweder die nächste Zeit oder auch irgendwann später einmal umsetzen möchte. Nach dem Auschecken haben wir dann noch nen Happen gegessen und uns dann auf den Weg zum JFK gemacht. Viereinhalb Stunden nach Abflug waren wir dann daheim. Das ging wirklich ratz fatz für knapp 1000 Meilen mit Zwischenstop. Schön war's!