Montag, 27. Dezember 2010

Winter in Wisconsin

Hier wird es ordentlich kalt und die Temperaturen können auch mal ein ganzes Stück unter dem Gefrierpunkt liegen. Durch die schlechte Isolierung der Dächer schmilzt der Schnee und das Wasser friert an den Kanten gleich wieder ein. So sieht es zum Beispiel vor unserer Wohnung aus. Energetisch gesehen ist das zwar richtiger Mist, aber vom Schauspiel her wunderschön!

Freitag, 24. Dezember 2010

Unser Weihnachtsbaum

Bräuche sind unterschiedlich. Das haben wir ja schon rausgefunden. Beim Weihnachtsbaum gibt es auch wieder so einen Unterschied - der wird nämlich oft schon nach Thanksgiving aufgebaut und geschmückt. Und die Geschenke sammeln sich auch schon im Dezember darunter an. Zuerst kommen die "hausinternen" und dann bleibt über die Zeit immer mal was von Besuchern übrig. Und so wächst der Berg an und wird grösser und grösser.
Man kann sich hier nämluch ziemlich viel schenken, weil im Dezember in allen Geschäften Super-Sale ist. Da bekommt man die üblichen Geschenke wie Krawatten, Rasierer,... (das ist hier nicht anders als bei uns) zu Tiefstpreisen.
Nachdem wir von diesem Brauch Wind bekommen haben, sind wir selbst losgezogen, um ein Bäumchen mit Deko zu besorgen. Es ist dann ein kleiner Rosmarin- Baum mit vielen bunten Kugeln geworden, den wir schon in der Woche vorher aufgebaut haben. Die Geschenke haben wir dann auch stilecht aufgestapelt und dann wartend davor gesessen und gehofft, dass das Christkind unsere Adresse an den lokal zuständigen Weihnachtsboten - Santa Claus - weitergegeben hat. Weil das Christkind so brav ist, hat es das natürlich gemacht und es ist ein ganz schönes Weihnachtsfest mit ein paar Überraschungsgeschenken für uns geworden!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Adventskaffee

Plätzchen haben wir, Lebkuchen haben wir, Glühweingewürz haben wir...eigentlich könnten wir auch zum Adventskaffee einladen. Wir haben das ganze etwas kurzfristig angesetzt, aber Clara, Simone und Craig kamen trotzdem. Für Simone, die aus der Nähe von Potsdam kommt, hat Christian sogar noch Schnittchen vorbereitet und Clara hat Egg Nog mitgebracht. Wir waren also bestens versorgt.

Nach der ersten Ladung Süßem, sind wir nach draußen und wir Mädels haben Schneeengel gemacht (Making of oben und das Original links). Das Wetter war so schön, dass wir das dann zu einem Spaziergang ausgedehnt haben. Wieder drin konnten wir uns mit Glühwein aufwärmen. Obwohl man nichts von den Sachen so richtig vermisst, ist es doch schön, wenn man sich mit ein paar Freunden zusammensetzt und seine Bräuche pflegt - wenigstens die von Christian, Simone und mir!

Samstag, 11. Dezember 2010

Christmas in Rudolph, WI

Als wir zur Cranberry-Ernte in Wood County waren, habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass es dort einen Ort mit dem Namen "Rudolph" gibt. Den Namen hat der Ort vom ältesten Sohn des Gründervaters erhalten; hat also nichts mit unserem Nachnamen zu tun. Nichts desto Trotz haben wir beschlossen da mal hin zu fahren, wenn was geboten ist. Und Anfang Dezember war es dann so weit: Weihnachtsmarkt in Rudolph.
Wir haben uns zusammen mit Simone und Craig (UW-Student, der zufällig aus Rudolph stammt) auf den Weg nach Rudolph gemacht. Nach einer Stunde Fahrt hat es ein bisschen zu Schneien angefangen, wovon wir uns nicht beirren haben lassen. In Rudolph hat es dann sogar schon Schneeverwehungen gegeben, so dass wir als erstes Ziel die Cheese Factory angepeilt haben. Hier konnte man wie durch Schaufenster aus dem Laden in die Produktion schauen und die grossen Becken mit Käsestückchen sehen. Wir haben uns dort mit ganz viel Käse eingedeckt, weil die Preise einfach unschlagbar waren.
Im Anschluss haben wir ein Bild vom Ortsschild gemacht. Hier sieht man schon ein bisschen wie kalt und windig es an dem Tag war.
Und natürlich mussten wir auch noch ein Bild mit mir und dem Rentier machen. Rudolph mit der roten Nase hatte aber wohl gerade Mittagspause als wir da waren. Zum Mittagessen in der Legion (hört sich an wie Heilsarmee und das Essen hat auch so geschmeckt ;-) haben wir uns mit Craig's Eltern getroffen, die gar nicht glauben konnten, dass jemand zum Weihnachtsmarkt nach Rudolph kommt. Nachdem wir den eigentlichen Markt in der Feuerwehrhalle gesehen hatten, konnten wir es selbst auch nicht mehr glauben. Da gab es wirklich nichts zu sehen und es war auch kaum jemand da!
Dafür war im Postamt einiges los, weil man Briefe oder Postkarten mit dem Stempel von Rudolph (dem rednosed rendeer) auf seine Post stempeln lassen konnte. Yippie!
Zum krönenden Abschluss konnten wir dann - Gott-sei-Dank - noch zum Kaffeetrinken auf Craig's farm, wo wir nach einem Rundgang durch die Ställe ein schönes Stück Marzipan-Stollen von Simone verputzt haben.
Um zwei Uhr wollten wir dann wieder ins Auto, um noch vor Einbruch der Dunkelheit in Madison anzukommen. Ins Auto sind wir zwar gekommen, aber vom Hof nicht wirklich. Die Einfahrt war so mit Schnee voll, dass unser Honda direkt stecken geblieben ist. Aber so ein Bauernhof hat ja alles was man braucht...unter anderem auch einen kleinen Bulldog, mit dem man Schnee räumen kann. Im Nu war die Einfahrt frei und wir konnten fahren. Ich war echt froh, dass Christian so ein sicherer Fahrer ist, denn bis zur Interstate (ca. 30 Minuten) ist Christian mehr oder weniger durch aufeinenderfolgende Schneehügel durchgedüst. Bloß nicht bremsen, sonst rutschen wir!
Nach gut 3 Stunden Fahrt waren wir dann wieder in Madison und sind mit ein bißchen Verspätung bei Christian's Firmenweihnachtsfeier angekommen. Wir haben uns erst alle zum Bowlen getroffen und die Arbeitskollegen und "significant others" kennengelernt. das war eine schöne Idee, weil man nicht fix an einem Ort Tisch war und somit jeden mal kurz gesehen hat. Da wir eben etwas später gekommen sind, haben wir auch nur ein Spiel geschafft. das war vielleicht auch besser, weil "mit der Wii sind wir immer besser".
Der Hauptteil der Feier war aber das gemeinsame Abendessen. Dazu mussten wir ein paar Blocks weiterfahren. Im Restaurant waren runde Galatische für jeweils 12 Personen eingedeckt, was einen sehr eleganten Eindruck gemacht hat. Die Runde war sehr nett und jeder Mitarbeiter hat ein kleines Weihnachtspaket bekommen. Das Essen wurde prompt serviert. Im Nachhinein betrachtet vielleicht ein bisschen zu schnell. Es hat ganz hervorragend geschmeckt, aber sofort nach dem Essen sind alle aufgesprungen und nach Hause. Typisch amerikanisch haben wir uns sagen lassen - nach so einem aufregenden Tag war es aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, um 22 Uhr zu Hause zu sein.

Freitag, 3. Dezember 2010

Caroling in the cave

Die Höhle von der ich hier spreche ist Cave of the Mounds - ca. 30 Minuten südwestlich von Madison in der Nähe von Mt. Horeb gelegen. Die Höhle wurde 1939 zufällig während einer Sprengung entdeckt, bei der eigentlich Kalkstein (lime stone) frei gelegt werden sollte. Bei der Sprengung wurde der Eingang zur Höhle weggesprengt und es war schnell zu erkennen, dass der Eingang in mehrere Räume und Galerien führte.
Cave of the Mounds und Mt. Horeb waren damals so bekannt, dass es in einer Beschreibung ueber Wisconsin heißt: "Milwaukee ist eine Stadt am Lake Michigan ca. 80 Meilen von Mt. Horeb entfernt".
Die Höhle wollten wir uns gerne einmal anschauen und hatten im Internet entdeckt, dass es am ersten Dezemberwochenende neben den Touren auch Weihnachtkonzerte in der Höhle gab, deren Erlös für einen guten Zweck gespendet werden sollte. Als wir angekommen sind, hatte gerade eine Höhlentour begonnen und bis zum nächsten Konzert waren es nur noch ein paar Minuten. Daher haben wir uns natürlich für das Konzert entschieden und uns die Wartezeit im Souveniershop vertrieben.
Unser Konzert war von der Gruppe "MadFusion" und hat sich unbekannterweise als eine ganz tolle Wahl entpuppt. MadFusion ist eine Gruppe von 5 a cappella Musikern, die englische Weihnachtslieder zum besten gegeben haben. Dabei haben sie immer ein paar einleitende Worte zur Entstehung der Musik oder Texte gesagt und dann gesungen. Traumhaft muss ich sagen!
Obwohl einige unserer deutschen Lieder auf englisch natürlich im ersten Moment etwas befremdlich klingen, konnte man sich voll mitreißen lassen und die einzigartige Akustik in der Höhle hat sicher ihr Übriges getan. Besonders gut hat uns ein amerikanisches Lied gefallen - Silver Bells - bei dem Weihnachten in der Stadt beschrieben wird. Die Performance hierzu war super. Einer der Sänger hat die Geräusche der Stadt im Hintergrund intonisiert und der Rest hat das Lied richtig jazzig gesungen bzw. geröhrt. Geendet hat das Konzert dann mit dem gemeinsamen Singen eines weiteren amerikanischen Weihnachtslieds, zu dem wir zwar den Text aber nicht die Noten bekommen haben, so dass wir doch mehr gelauscht als gesungen haben.
Nachdem die Höhle permanent angenehme 10°C hat, war uns nach einer dreiviertel Stunde im Sitzen doch etwas zu kalt und wir haben beschlossen die eigentliche Tour der Höhle auf ein anderes Mal zu verschieben, sind nach Hause gefahren und haben uns mit Kaffee, Tee und Plätzchen auf unserer Couch in Decken eingemummt. Der Ausflug war was für die Seele!