Sonntag, 30. Oktober 2011

Halloween 2011

Zu unserem Vorteil hatten sich dieses Jahr alle unsere Freunde in Middleton in der Bristled Boar zu einer Halloween-Party verabredet. Die Kneipe ist bei uns direkt an der Straße einen Block entfernt. Daher ist Clara zu uns gekommen und zusammen mit unserem australischen Besuch, David, sind wir nach dem Abendessen in die Boar gelaufen. Christian war als Prinz von Persien, ich als römische Kaiserin und Clara als Champagnerflasche verkleidet. David hat von Christian einen Ganzkörperanzug von der Arbeit verpasst bekommen und wir haben ihn "Rocket man" genannt :-)
Die Boar hatte sich aber auch in ein Halloween-Schreckenshaus verwandelt; mit Spinnweben und Spinnen, Gerippen, Folterwerkzeugen und special drinks wie Mud Water und Witch bombs. Hat alles super geschmeckt...am nächsten Tag wusste ich aber, dass Zuckergepansche mit Alkohol wirklich nichts für mich ist!
Christian hat sich noch dazu auf der Folterbank von einem Gruftie Blut (Kirschwein) einflößen lassen.
Die Musik war typisch amerikanisch: Hits der 70er, 80er und 90er Jahre. Alles sehr beliebt und tanzbar, so dass wir nach 6 Stunden non-stop-dancing zur Sperrstunde das Lokal verlassen mussten. War super und auch wenn die Zeit wie im Flug vergangen ist, an der frischen Luft habe ich gleich gemerkt, dass ich um kurz nach 2 doch müde werde.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Twin Cities

Obwohl Minneapolis nur 4 Autostunden entfernt ist, hat es doch ziemlich lange gedauert bis wir es geschafft haben, den Twin-Cities einen Besuch abzustatten. Nachdem sich die Notwendigkeiten aber aufsummiert hatten, haben wir uns mitten in der Woche entschlossen, den Trip zu starten. Zum Einene hatte Christian ab Dienstag fuur den Rest der Woche eine Schulung in der Nähe, wir hatten einen Groupon für Segway-Fahren in Minneapolis und ich konnte auf diesem Wege auch Lori, eine ehemalige Bürokollegin, bei 3M besuchen.
Nachdem der Beschluss gefasst war, wurde Christian dann sogar noch von der Gebietsleiterin zu einem Hayride für Samstagnachmittag nördlich von Minneapolis eingeladen. Daher sind wir Samstag morgen nach dem Frühstück gemütlich losgefahren und mit einigen Stops rechtzeitig angekommen. Zum Hayride sind wir auf Hauwagen von zwei Pferden durch einen kleinen Wald geschaukelt worden. Danach gab es Hot Dogs, Salate, Äpfel und andere Snacks vom Feuer (oder auch nicht). Es war super die Leute mal kennenzulernen und so einen Hayride mit machen zu können ohne dafür bezahlen zu müssen. Der war nämlich ziemlich langweilig :-)
In der Abenddämmerung sind wir dann zurück nach Minneapolis Downtown gefahren, wo uns Christian auf Hotwire ein tolles Hotel ganz günstig gebucht hat. So haben wir mitten im Zentrum im alt eingesessenen Foshay Hotel. Der Foshay Tower ist ein Wolkenkratzer, der in Anlehnung an das Washington Monument im Jahr 1929 fertig gestellt wurde; nur wenige Wochen vor dem Schwarzen Freitag. Seit 1978 ist es im National Register of Historic Places, weil es so ein tolles Beispiel für die  Art Deco Architektur ist. Nach dem Einchecken sind wir los zum Abendessen. Es hatten uns bereits einige Leute vom guten Essen in Minneapolis erzählt, aber wir wollten uns natürlich selbst davon überzeugen...und wurden nicht enttäuscht. In einem schicken mexikanischen Restaurant haben wir uns unsere Guacamole am Tisch zubereiten lassen. In einem Riesen-Mörser wurden die Zutaten gemischt und die Avocado "präpariert" in Stückchen untergehoben. Das ist zwar nicht typisch mexikanisch (ist normalerweise alles püriert), hat uns aber ganz hervorragend geschmeckt. Die Hauptspeiden waren alle etwas ausgefallen in der Kombination, aber ebenfalls ein Hit. Wir waren super zufrieden.
Am Morgen haben wir uns gleich für ein zweites Highlight entschieden: Frühstück in Hell's Kitchen. Das Restaurant liegt im Keller, ist erwartungsgemäß rot und schwarz gehalten und mit Gemälden und Comics von "The Far Sight" dekoriert. Ich habe mich für Zitronen-Ricotta-Pancakes mit frischen Beeren entschieden. Die Pfannkuchen waren so saftig und angenehm süß, dass ich kaum Ahornsirup gebraucht habe. Dazu musste ich unbedingt noch Toast mit Erdnußbutter bestellen, weil die ebenfalls so gelobt wurde...und auch hier habe ich mir gleich das Rezept besorgt. Vom Frühstück gestärkt sind wir zum Wahrzeichen von Minneapolis, der "Cherry" neben dem Walker Arts Center. Neben der Speigelung der Kirsche und des Löffels im Wasser, spiegelt sich auch noch die Skyline der Stadt in der Kirsche. Daher ist sie wahrscheinlich so ein beliebtes Fotomotiv. Nach einem Spaziergang im Park sind wir gen Süden in die Mall of America gefahren. 
Diese Mall ist die größte der USA und hat wohl fast jedes Geschäft vertreten, das man sich nur vorstellen kann. In der Mitte geht über alle 4 Stockwerke hinweg ein Vergnügungspark für Kinder und dort ist auch ein Riesen-Lego-Park aufgebaut. Das lustigste war wahrscheinlich der Windows-Laden direkt gegenüber vom Apple-Store.
Obwohl wir uns nur ganz wenige Läden angeschaut haben, waren wir fast 4 Stunden unterwegs. 
Von hier war unsere nächste Station St. Paul's Cathedral in St. Paul, MN. Die Basilika of St. Mary war die erste Basilika in den USA und wurde 1926 von Papst Pius XI. geweiht. Danach sind wir an den Mississippi gelaufen und haben das Naturkunde-Museum besucht. Die Gegend war zur Eiszeit komplett von einem Gletscher bedeckt, so dass sich beim Abschmelzen besonders viele Seen und Flüsse gebildet haben. Der Mississippi ist eines der Relikte dieser Zeit. Wir konnten hier aber so einiges über den Fluß und die Eiszeit lernen. Zusätzlich haben wir uns noch die Vulkanausstellung angeschaut, um ein bisschen besser zu verstehen, was wir dann in Hawaii sehen werden :-) 
St. Paul selbst hatte nicht so viel zu bieten, so dass wir zum Abendessen zurück nach Minneapolis gefahren sind. Hier haben wir dann gegenüber von unserem Hotel in einem kleinen indischen Restaurant gegessen. Auch das war ein Glückgriff, den wir haben hier das beste indische Essen außerhalb Indiens bekommen. In Minneapolis kann man wirklich gut essen!
Nach dem Frühstück am Montag morgen sind wir zu unserem Segway-Trip. Leider war es schon nicht mehr so warm und dazu windig. Daher haben wir meistens unsere Hände in die Hosentaschen gesteckt. Gut, dass wir schon mal damit gefahren waren. Anders wäre das vielleicht etwas gefährlich geworden. Es hatte aber auf jeden Fall auch diesmal wieder richtig Spaß gemacht und wir waren fast die ganzen zwei Stunden unterwegs. Danach sind wir zu Lori gefahren und haben mit ihr uns ihren Chefs in der Kantine zu Mittag gegessen und im 3M Shop eingekauft. Christian war wie im Schlarrafenland.
Danach mussten wir noch fast zwei Stunden in den Süden fahren, bis ich Christian bei seinem Schulungsort in Rochester, MN abgesetzt hatte. Von hier aus ging es für mich dann alleine heim nach Middleton!

Samstag, 8. Oktober 2011

Indian Summer am Mississippi

Der Indian Summer hat wieder Einzug gehalten. Da dieses Jahr viele Stürme bzw. starker Wind vorhergesagt war, mussten wir uns beeilen, die Farben noch in voller Pracht zu sehen.
Daher sind wir wieder nach Prairie du Chien, WI, an den Mississippi gefahren und haben ein Bootstour mitgemacht.
Glücklicherweise hat das Boot diesmal eine andere Route mehr flußabwärts genommen, so dass wir neben den Farben auch noch einen anderen Abschnitt des Mississippi sehen konnten.
Highlight waren natürlich auch diesmal wieder die Bald Eagle, die über den Wipfeln gekreist sind und Christian hat mit seinen Adleraugen auch einen Eagle erspäht, der zum Fische fangen in den Fluß abgetaucht ist. Außerdem gab es Bieberdämme und Schildkröten beim Sonnen zu bestaunen.
Am interessantesten fand ich aber, was wir von einem Naturalisten über die Färbung der Blätter erfahren haben. Uns war aufgefallen, dass die Wisconsin-Seite des Mississippi gelb-golden gefärbt war und die Iowa-Seite mehr orange-rost-rot. So wie man sich den Indian Summer typischerweise vorstellt.
Zwei Faktoren beeinflußen den Farbwechsel im Winter: die Farbpigmente und die Länge der Nacht. Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, beginnen biochemische Vorgänge die Blätter zu färben. Die wichtigen Farbpigmente sind:
  • Chlorophyll: gibt den Blättern ihre grüne Farbe und ist verantwortlich für die Photosynthese. Bei diesem Prozess stellt die Pflanze mit Hilfe von Sonnenlicht Zucker her, die ihr als Kraftstoff dient. Die Bäume speichern diese Zucker auch für die kargeren Wintermonate. 
  • Karotenoide: führen zu Gelb-, Orange- und Brauntönen in Pflanzen wie Mais, Karotten oder Bananen.
  • Anthozyan oder Blattblau: ist der Farbstoff für Früchte wie rote Äpfel, blaue Traubven, Heidelbeeren, Kirschen, Erdbeeren und Pflaumen. Dieser Farbstoff ist wasserlöslich und kommt daher im Zellwasser der Blätter vor.
Sowohl Chlorophyll als auch Karotenoide sind während der Wachstumsphase immer in den Blättern vorhanden. Das meiste Blattblau wird im Herbst hergestellt, da die Tage sehr hell sind und ein Zuckerüberschuß in den Blättern vorhanden ist.
Während der Wachstumszeit wird Chlorophyll ständig auf- und abgebaut, so dass die Blätter grün erscheinen. Wenn die Nächte länger werden, verlangsamt sich die Chlorophyll-Produktion bis sie komplett zum Erliegen kommt. Sobald kein Chlorophyll mehr vorhanden ist, kommen die Karotenoide und das Blattblau endlich zur Geltung.
Abhängig vom Zuckergehalt haben alle Bäume eine chrakteristische Farbe. Eichen werden rot, braun oder rotbraun, Hickories goldbronze, Espen gelb, Hartriegel purpurrot und Buche hellgelb. Ahorn färben sich je nach Sorte: roter Ahorn wird scharlachrot, Zuckerahorn orangerot und schwarzer Ahorn goldgelb.
Der Zeitpunkt des Farbwechsels ist auch von Baumsorte zu Baumsorte unterschiedlich, weil sie auf das fehlende Sonnenlicht früher oder später reagieren. Die Unterschiede zwischen Wisconsin und Iowa liegen daher vor allem am Baumbestand!
Auf dem Rückweg nach Madison haben wir noch einen kleinen Umweg nach Richland Center gemacht um uns die Natural Bridge anzusehen. Das war ein Geheimtip, weil Christian hier schon auf einer Bautselle war...und definitiv den Umweg wert!

Samstag, 1. Oktober 2011

Oktober Fest in La Crosse, WI

Registered Trademark sind schon was interessantes...vor allem wenn ein kleines Nest in Wisconsin sich den Namen des weltweit größten, aber definitiv deutschen Bierfestes schützen lässt: Oktoberfest USA.
Natürlich muss man als Deutscher wissen, was das heißt und daher sind wir am zweiten Oktoberfestwochenende (In diesem Fall auch das letzte) mit Freunden nach La Crosse an den Mississippi gefahren.
Die einstmals überwiegend deutsche Stadt schmeißt dieses Fest auch schon seit über 50 Jahren. Damals war das Fest bestimmt auch noch uriger, woran die festinstallierten Buden und Häuser im Fachwerkstil erinnern. Allerdings ist davon aber sonst nicht mehr so viel übrig.
Das überwiegend amerikanische Bier wird in Plastikbechern oder Dosen verkauft, die Brezen werden deep-fried angeboten und die restlichen Stände bieten von typisch amerikanischen pulled pork burgern bis hin zu polnischen Piroggi eher untypische Sachen an. Aber gute Laune haben sie alle, weil sie wissen ja nicht, dass es nicht so echt ist...und vielleicht würde es Ihnen anders auch gar nicht gefallen.
Nichts desto Trotz waren wir als waschechte Deutsche natürlich eine richtige Attraktion und hatten einige nette Gespräche mit Leuten aus La Crosse und Umgebung.
Den Abend haben wir dann typisch für Wisconsin mit einer Bartour abgeschlossen: Bier und viel zu stark gemischte Cocktails :-)