Dienstag, 21. Februar 2012

Kaffeeplantage in Captain Cook

Am Donnerstag sind wir dann auf der nördlichen Route um die Insel aufgebrochen, um zurück nach Kona zu kommen. Obwohl die Strecke ebenfalls traumhaft war, haben wir festgestellt, dass wir nach 10 Tagen wunderschöner Strände, Klippen, Meer, Regenwald und Tierwelt ein bisschen müde waren vom ständigen Anhalten und Staunen. Daher haben wir beschlossen nur an der größten Attraktion – dem Waipio Valley – anzuhalten und ansonsten einfach nur den Blick aus dem Fenster zu genießen.
Vom Start unserer Tour im Regenwald sind wir nun durch Steppe, wüstenartige (aber schwarze) Landstriche hin zur trockeneren, ewig sonnigen Kona-Seite gekommen. Hier sind wir in unser B&B auf einer Coffee Farm eingecheckt und haben dieses Fleckchen bis zu unserem Abflug 4 Tage später kaum verlassen J.
Von der Straße aus ging der Weg sehr steil mit einigen Biegungen hinauf zum ehemaligen Herrenhaus der Plantage. Hier hatten wir unser Gartenzimmer hin zum Hof und eine ganz tolle große Küche, Wohnzimmer und Veranda zur Benutzung. Das ganze Haus war mit sehr viel Stil gestaltet und eingerichtet und vom Garten konnte man hinunter aufs Meer blicken. Das Frühstück war unglaublich gut.
Es gab Mangosaft, Kaffee, frische Früchte und Lilikoi-Marmeladen aus eigenem Anbau. Dazu gab es Brote, Bagel, Müsli, Tee, etc. …alles was man eben braucht…und jeden Tag einen wechslenden warmen Gang. Am ersten Tag hatten wir Egg Muffins (englische Muffins belegt mit Rührei und Ananas oder Schinken mit Käse überbacken), danach gabe es einmal Blueberry und einmal Banana-Macadamia nut pancakes und Egg Bake (geschichteter Auflauf aus Eimasse und Weißbrot mit Käse geschichtet). Da habe ich gnadenlos zugeschlagen!
Außerdem konnte man sich den ganzen Tag Kaffee und Tee holen und zum nachmittag hat Mike noch Kuchen oder Brownies gebacken. Das war wirklich ein Rund-um-Wohlfühl-Paket.
Am zweiten Tag hat Mike eine Führung mit uns gemacht…
Ansonsten haben wir entweder auf der Veranda oder im Garten gesessen und gelesen, geredet oder auch nur geschlafen. Dazwischen sind wir immer mal wieder weggefahren, um was zu Essen oder noch ein bisschen was zu schauen, aber im Großen und ganzen war es viel zu schön um woanders hinzugehen. Hier habe ich mich noch einmal richtig erholt!

Als es dann zurückging sind wir von Kona über Honolulu auf Oahu nach San Francisco geflogen, wo wir übernachtet haben. Am nächten Tag sind wir dann in einem Rutsch zurück nach Frankfurt geflogen. Zu unserem Glück hatten wir auf dem 11-Stunden-Flug eine ganze lange Mittelreihe für uns, so dass wir uns ein bisschen ausstrecken und dösen konnten. Obwohl der Rückflug lange war, konnte un saber nichts die Entspannung der letzten beiden Wochen nehmen…in unserem ganz tollen “belated Honey Moon”!

Donnerstag, 16. Februar 2012

Der aktivste Vulkan der Welt auf Big Island

Von Maui aus sind wir nach Big Island geflogen – die Insel, die noch wächst, doppelt so groß wie die restlichen Inseln zusammen ist und Aloha noch richtig lebt. Vom Flughafen in Kailua-Kona sind wir mit dem Mietwagen erst einmal auf die andere Seite der Insel gefahren. Dazu haben wir die Südroute um die Insel genommen. Dabei sind wir am “Southernmost point of the USA” vorbei gekommen. Naja, vorbeigekommen stimmt nicht ganz, weil wir von der Straße noch 12 Meilen an die Küste fahren mussten. Die Straße ist richtig schlecht und dort ist es sehr windig. Die Bäume wachsen alle ganz gebogen. Direkt an den Klippen haben wir einige Angler gesehen, da die Strömung dort so stark ist, dass sich dort gerne riesige Fische aufhalten. Das Meer sieht dort aber wirklich sehr rauh aus.
Dann mussten wir den gleichen Weg zurück fahren und  haben als nächstes an einem schwarzen (Vulkan-)Sandstrand angehalten. Auf den umspülten Steinen haben sich ganz viele Krebse getummelt, aber der Strand war anscheinend auch bei den Einheimischen sehr beliebt.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt sind wir dann am Visitor Center des Volcano National Park angekommen. Da es dort ganze Busladungen voll asiatischer Touristen gab, haben wir uns nur für einen kurzen Abstecher entschieden. Wir haben den Krater gesehen, in dem 1959 das letzte Mal ein Riesenvulkanausbruch war. Wenn man nach unten in den Krater wander, kann man angeblich auch noch die Hitze am Boden spüren und bereits von oben sind noch Rauchschwaden am Boden des Kraters zu erkennen. Der ist aber ansosnten komplett von einem erstarrten Lavasee gefüllt. Die andere Sehenswürdigkeit war ein Lavatube. Das sind unterirdische, relative glatte, runde Tunnel, die beim Strömen von Lava hohl bleiben. Damit sind sie sehr gefährlich, solange, die erstarrte Lavaschicht darüber noch sehr dünn ist, weil man durchbrechen kann.
Dann sind wir aber endgültig weiter zu unserer Unterkunft gefahren, die nur 3 Fahrminuten von Kalapana entfernt ist – einer Stadt, die 1983 von einem Vulkanausbruch ausgelöscht wurde. Dort sieht man wie die Lava über die Ebene und Klippe geflossen ist und dann von der Gischt oder den Wellen im Allgemeinen abgerissen wurde. Die Klippe sieht dadurch ganz rauh aus und wo das Meer darunter flach genu gist, bilden sich über Jahre schwarze Lavasandstrände. Das Meer “zerkleinert” die Lavabrocken und spült sie als feinen oder etwas gröberen Sand (wie brauner Zucker) wieder an Land. Genauso wie solche Strände entstehen, verschwinden sie auch wieder Jahrzehnte nachdem der Sandnachschub  versiegt.
Unsere Ferienwohung war ein original balinesiche Hütte mit offenem Erdgeschoß, in dem Küche, Essbereich und eine Art Wohnzimmer untergebracht waren. Darüber war der Schlafbereich mit Bad mit hohem Giebel und Blick durch die Palmen aufs Meer. Wir hatten wirklich das Gefühl im Paradies angekommen zu sein!
Diese Seite von Big Island bekommt den ganzen Regen ab (an 2 von 3 Tagen regnet es), so dass die Vegetation sehr üppig ist. Ähnlich wie die Road to Hana ist hier ein Regenwaldgebiet. Hier wurden wir von Grillen und Vogelgezwitscher in den Schlaf gewiegt!
Am nächsten Tag sind wir entlang der Küste nach Hilo gefahren. Der Weg war von Regelwald überwachsen und wir haben an einer Stelle angehalten, wo sich die Kapaho Tide Pools im Meer gebildet haben. Hier waren wir ganz nah an der Easternmost Ecke der Insel. Hier haben wir aufs Meer geschaut und ganz tief eingeatmet, den die Luft, die hier ebenfalls aus dem Südosten ankommt ist die reinste Luft der Welt. Sie ist nämlich das längstmögliche Stück nur über den Pazifik geweht und wird daher weltweit als Referenz zur Messung der Luftreinheit herangezogen. Da wir auf der ganzen Insel von sehr sauberer Luft verwöhnt waren, haben wir hier einen leichten Meerwassergeruch wahr genommen. Sicher war das trotzdem gut für unsere Lungen!
In Hilo sind wir dann auf den Farmer’s Market gegangen, der wie an jedem Mittwoch, aber auch Samstags von den meisten Händlern besucht wird. Dort gab es Handarbeitskunst wie Schmuck, Tücher und Fotos, aber auch ein ganzes Zelt mit Obst und Gemüse. Wir haben ein paar Sommer rolls mit Lilikoi-(Hawaiianischer Name für Maracuja) Limonade getrunken und für einen Obstsalat eingekauft: Ananas, Lilikoi, Rambutan und Papaya. Der Preis für Papaya lag bei $1 für 3 Stück. Und weil wir anscheined nach returning customers aussahen, haben wir eine vierte noch dazu geschenkt bekommen. Hier haben wir auch eine frische Kakaofrucht zum Mitnehmen nach Deutschland gekauft. Allerdings haben wir später herausgefunden, dass wir sie nicht mitnehmen können, da es sich um eine samenhaltige Frucht handelt. Daher haben wir sie aufgemacht und die rohen Bohnen probiert. Es soll sich dabei um einen total gesunden Snack halten, ist aber so bitter wie man es sich vorstellt, so dass es geschmacklich nicht der Hit war.
Für den Nachmittag hatten wir einen Helicopterflug über den aktiven Teil des Vulkans gebucht. Während der Pu’u O’o Krater noch 2 Monate vorher Lava ausgestoßen und große Lavaströme ins Meer geflossen waren, konnten wir nur noch einen vergleichsweise kleinen Lavastrom sehen. Dieser war aber nur aus der Luft so klein, denn wir haben sogar im Hubschrauber gemerkt, dass es etwas wärmer geworden ist. Auch direkt im Krater hat man noch an mehreren Stellen gelb-oranges Glühen durch die Kruste sehen können und weißer Rauch war noch häufiger. Zum Abschluß haben wir noch eine Runde über ein paar Wasserfälle nördlich von Hilo gedreht, die aber im Vergleich gegen den Vulkan etwas verblast sind.

Montag, 13. Februar 2012

Schnorcheln

Für unseren letzten Tag auf Maui hatten wir eine Schnorcheltour reserviert. Die ging schon morgens um 7 am los und hat bis Mittags um 12 pm gedauert. Zum Frühstück gab es Banana Bread, Muffins, Früchte und Kaffee während wir mit dem Boot eine Stunde raus zum Molokini-Krater gefahren sind. Auf dem Weg sind ein paar Delphine um unser Boot gehüpft und kurz halb unter uns und mehr vor uns geschwommen.
Molokini ist ein beliebter Tauch- und Schnorchelplatz. Die sichelförmige kleine Insel, die vor 150.000 Jahren entstand, stellt den Kraterrand eines erloschenen Vulkans dar.In ihrer Bucht ist das Wasser relativ ruhig, so dass sich Riffe bilden und alle Arten von Fischen aufhalten. Unter Wasser sieht es wie eine Schüssel aus, die am Rand dementsprechend flach, in der Mitte aber fast 30 Meter tief ist. Da sowohl ich als auch Christian das erste Mal Schnorcheln waren, waren die Bedingungen ideal und die Crew war super hilfsbereit. Das sehr salzige Wasser hat mich zwar ab und zu gezwungen aufzuschauen und es loszuwerden, wir haben aber ganz tolle, farbenprächtige Fische gesehen. Wir hatten uns sicherheitshalber wet suits geliehen, weil das Wasser nur 20˚C hatte und ohne die wären wir sicher keine Stunde im Wasser geblieben.
Von hier aus ging's zur Turtel Bay am Südufer von Maui, wo wir ebenfalls für eine Stunde am "Finger"-Riff entlang schnorcheln konnten. Neben bunten Fischen haben wir hier auch Schildkröten gesehen, die am Boden liegend geruht haben. Beim zurückschwimmen sind uns dann aber plötzlich zwei große entgegengekommen und nur kurz unter uns vorbeigezogen. Ich fand die Fische hier sogar noch vielfältiger und farbenprächtiger als bei Molokini.

Sonntag, 12. Februar 2012

Kulinarischer Genuß auf Maui

Wir haben hier auf Maui so gut gegessen, dass wir davon ausgehen müssen, das es zu teuer ist vorgekochte Gerichte hierher zu schiffen. Alles schmeckt so frisch!
Natürlich sind die ganzen Früchte der Hammer, so dass wir mindestens einmal am Tag einen Smoothie mit frischer Papaya, Orangen und Bananen getrunken haben.
Zum Abendessen haben wir hier in Pa'ia ein tolles kleines, vegetarisches Restaurant entdeckt, das vorwiegend vietnamesische und Thai-Küche gekocht hat. Hier waren wir sogar zweimal, weil ich alles von der Karte bestellen konnte :-)
Der absolute Gipfel war aber unser Abendessen am Sonntag in Lahaina im Mala Ocean Tavern. Unsere hostess Erica hatte uns den Laden empfoheln und so hatten wir für ein Sunset-Dinner reserviert. Von außen sah das Lokal dann sehr heruntergekommen aus, aber sobald wir drin waren, haben wir gesehen, das es die richtige Wahl war. Wir haben einen Tisch auf dem Deck direkt am schwarzen Kieselstrand bekommen. Vor uns lag der Pazifik und die Insel Molokai. Die Speisekarte sah sehr gut aus und wir hatten schnell etwas gefunden...traumhaft!
Sonnenuntergang an der Westküste von Maui
Ich hatte einen Rote-Beete-Salat mit gebackenem Schafskäse, etwas grünem Salat und einer Fenchelvinaigrette und dazu gerösteter Rosenkohl (hat sogar Christian geschmeckt) mit Molokai Kartoffelpüree. Die Kartoffeln sind komplett lila und ergeben daher auch einen lilafarbenen Brei. Christian hatte auch das Kartoffelpüree mit Asian Fried Chicken mit "unglaublich toller Panade". Waehrend wir gegessen haben ist die Sonne am Horizont untergegangen.
Zum Nachtisch haben wir noch ein frisches Schokosouffle mit frischen Früchten und Macadamia-Eis genossen, das uns Stammgäste vom Nachbartisch empfohlen hatten. Das war auch ein Treffer!
Alles in allem...Maui ist auch kulinarisch eine Reise wert!

Upcountry Maui

Orchideen im Botanical Garden
Der Berghang des Haleakala wird auf der Nord- und Westseite Upcountry genannt. Hier wird Landwirtschaft betrieben, die die restliche Insel mit Salat, Früchten und allem anderen Grünzeug versorgt. Als Qualitätssiegel gilt hier für Salad z. B. "Kula Greens", weil die bekannteste Stadt hier Kula heißt. Somit weiss jeder, dass die verwendeten Zutaten auf Maui gewachsen sind.
Wir sind das erste Mal durch Upcountry gefahren als wir zum Haleakala Crater sind. Auf dem Rückweg am Donnerstag nachmittag sind wir dann durch Makawao gefahren, eine "Cowboy"-Stadt mit ganz tollen kleinen Boutiquen, Gallerien und Läden. Die Häuserfassaden auf der Hauptstraße sehen alle aus wie im Wilden Westen...allerdings etwas bunter.
Als Snack haben wir im Komodo General Store einen der berühmten Creme Puffs (Windbeutel) gegessen. Wahrscheinlich ist das eher hawaianisch, denn die Füllung mit Vanillecreme statt Sahne war etwas ungewöhnlich. Mit Sahne mögen wir sie lieber :-)
Blick in den Garten
Am Sonntag sind wir dann noch einmal in die Kula-Gegend gefahren, um einen botanischen Garten zu besuchen. Hier gab es jede Menge exotische bzw. hawaianische Blumen und Pflanzen zu bewundern. Wunderschön!

Der Ausblick aufs Tal ist aber auch noch erwähnenswert. Von hier aus sieht man genau auf die Verengung zwischen Kahului und Maalaea und den zweiten Krater auf der Westseite von Maui. Es sind zwar hier meist Wolken, aber man kann alles deutlich genug erkennen.

Samstag, 11. Februar 2012

Road to Hana

Die Road to Hana beginnt in Kahului und führt durch unseren Ferienort Pa'ia, so dass wir uns das erste Stück schon gespart hatten. Gleich am ersten fruit stand haben wir einen sugar cane juice mit lime und coconut water getrunken, um uns für den Tag zu stärken.
Unser Iphone-app-Reiseführer gab uns den Tipp, dass erst in der zweiten Hälfte der Strecke die wirklich atemberaubenden Abschnitte kommen und man daher nicht so viel Zeit zu Beginn vergeuden sollte; d.h. an jedem Wasserfall stoppen und knipsen.
Außerdem hat uns das App ein paar Stellen beschrieben, die nicht sehr bekannt sind, so dass wir schöne Fleckchen oft ganz für uns alleine hatten. Da wir (8:30 am von Pa'ia) aber schon vor den Touristen von der Westküste (9 am von Lahaina) losgefahren sind, haben wir wenige andere Autos gesehen.
Eine 1/2 Meile nach dem Mile Marker 14 haben wir an der Straße angehalten, um nach unten auf Honomanu Bay und das Tal zu schauen. Von hier sieht man außerdem wie sich die Straße im zig-zag um die Bergketten schlängelt.
Ke'anae Peninsula
Zwischen Mile Marker 15 und 16 sind wir vom Hana Highway auf Ke'anae Peninsula abgefahren. Hier haben wir das erste Mal die Kraft der Wellen gegen die schwarzen Vulkansteincliffs und -küste gesehen und auch hören können. Die Peninsula sowie das ganze Wailua Tal, zu dem sie gehört, sind erst nach der eigentlichen Küstenformierung durch einen Vulkanausbruch entstanden. Der Legende nach hatte ein Stammesführer angeordnet, dass jeder Mann, Frau und Kind in ein höher gelegenes Tal aufsteigen muss, um von dort fruchtbare Erde zu holen und im unteren Tal auf die Lavasteine aufzuschütten. Dadurch wurde auch dieses Tal fruchtbar gemacht. Legende hin oder her, der Ausblick hier war atemberaubend und wir haben uns entlang der Insel gut und gerne eine halbe Stunde aufgehalten und den brechenden Wellen zu gesehen.

Unser nächster Stop kurz vor Mile Marker 17 war einer der Geheimtipps: der Ching Pond. Von der Straße führt ein kleiner Weg nach unten zu einem Wasserfall mit Becken. Wir hätten es trotz Erklärung schwer gefunden, hätten wir nicht ein paar Einheimische gesehen, die sich nach einem Bad (oder Cliffsprung) abgetrocknet haben. Die haben uns dann den Weg gezeigt und wir haben den Anblick des Wasserfalls unterhalb einer Brücke ganz für uns alleine genossen.
Kurz vor dem Mile Marker 19 ging es rechts ab zu einem Parkplatz an der Wailua Valley State Wayside. Hier ging es rechts ein paar Stufen auf eine Aussichtsplattform hinauf. Hinter uns lagen die Berge des Haleakala, in der Ferne der Kaupo Gap und darunter ein dicht bewaldetes Tal. Vor uns haben wir das Meer und den Ort Wailua mit Taro-Feldern gesehen. Taro wird normalerweise in Wasserfeldern angepflanzt, die im Hawaiianischen loʻi heißen. Es ist eine Nutzpflanze, von der die stärkehaltigen Rhizome verzehrt werden. (Wir haben gehört, dass die daraus hergestellte Paste geschmacklos bis schlecht schmeckt.)
Christian zwischen den Upper Waikani Falls
Zwischen dem Mile Marker 19 und 20 liegen drei sehr bekannte Wasserfälle: die Upper Waikani oder Three Bears Falls. Sie bestehen aus drei nebeneinander abfallenden Wasserfällen. Der Eingang zu den Fällen ist schwer zu finden und die ersten paar "Stufen" sind rutschig und steil. Daher versucht es kaum jemand. Unser App hat aber versprochen, dass der Weg nach dem Einstieg einfacher wird, so dass wir es natürlich versucht haben :-) Die Fälle waren aus der Nähe deutlich größer als man von der Straße denkt und der Abstieg hat sich tatsächlich gelohnt!
Nach diesem Abstecher war es schon kurz vor Mittag, so dass wir uns entschlossen hatten bis zum Ende unserer Route zum Kapahulu-Teil des Haleakala National Parks zu fahren, um dort unsere Wanderung in Ruhe machen zu können. Allein während der Fahrt hatten wir aber atemberaubende Aussichten.
In Kapahulu angekommen, hat uns die Rangerin empfohlen erst den Pipiwai Trail zu Laufen, da die Reisegruppen noch alle im unteren Teil des Parks herumlaufen. Der Trail ist einfach ca. 2 Meilen lang und man steigt 650 feet auf. Zuerst geht es durch Wald vorbei an einem sehr alten und damit großen Banyan Tree. Der Banyan wächst auf einem beliebigen Wirtsbaum, der zunächst keinen Schaden nimmt, da der Banyan kein Schmarotzer ist. Er sendet Luftwurzeln aus, die sich mit der Zeit zu einem dichten Netz entwickeln. Haben die Wurzeln den Boden erreicht, kommt es zu einem Wachstumsschub, da die Pflanze nun nicht mehr ausschließlich auf das Substrat, das sich auf dem Wirtsbaum angesammelt hat, angewiesen ist. Mit zunehmendem Wachstum wird der Wirtsbaum erdrückt und stirbt schließlich ab. Durch seine Breite und die vielen "Stämme" sieht der Baum sehr majestätisch aus.
Aufstieg im Bambuswald
Nach der Hälfte der Strecke beginnt ein Bambus-Wald. Bambus ist nicht in Hawaii heimisch, sondern wurde vor mehr als 100 Jahren von den chinesischen Arbeitern und Bauern als Nahrungsmittel eingeführt. Mittlerweile wuchert er aber in weiten Teilen des Parks bzw. dieses Küstenabschnitts. Nichts desto Trotz ist es wunderschön hindurch zu Laufen und dem Klappern der Rohre im Wind zu Lauschen. Sobald wir aus dem Wald herausgekommen sind, konnten wir auch schon das Rauschen des Wasserfalls am Ziel unserer Tour hören. Der Makahiku Wasserfall ist 200 feet hoch und endet im Infinity Pool. Obwohl der Wasserfall bei unserem Besuch schon sehr breit war, konnten wir erkennen, das er bei mehr Wasser noch deutlich anschwellen kann. Über eine Breite von 20 Metern links und rechts vom Wasserfall kann man noch kleine Seitenströme sehen. Weder direkt davor noch mit etwas Abstand konnte ich den Wasserfall auf einen Blick erfassen- atemberaubend!
Natalie beim Schwimmen im O'heo Gulch
Nach dem Abstieg habe ich mir am Visoitor Center meinen Bikini angezogen und wir sind zur zweiten Sehenswürdigkeit des Parks aufgebrochen: 'O'heo Gulch oder die "Seven Sacred Pools". Nach 5 Minuten Fußweg mussten wir über ein paar Steine klettern. Vor uns lag eine Bucht zum Meer und hinter uns zwei Wasserfälle mit Becken, in dem viele Besucher schwimmen gehen. Das musste ich natürlich auch machen. Das Wasser war nur im ersten Moment kühl, aber schon nach wenigen Zügen hatte ich mich daran gewöhnt. Ich bin einmal zu den Wasserfällen und wieder zurückgeschwommen. Wir waren war ziemlich alleine, aber trotzdem war es kein Platz zum Verweilen. Nachdem es gerade einmal kurz nach 16 Uhr war, haben wir beschlossen ein paar der Sehenswürdigkeiten, die wir auf dem Hinweg ausgelassen hatten, noch anzuschauen bevor die Sonne untergeht.
Der erste Stop auf dem Rückweg war wieder ein Geheimtipp, der sich auch wirklich als solcher herausgestellt hat: keine Menschenseele und ein traumhafter Ausblick am Venus Pool!
Am Mile Marker 48 geht der Weg rechts neben der Brücke durch das Privatgelände der Hana Ranch. Nach wenigen Minuten erhascht man den ersten Blick auf einen Pool, der von einem schwarzen Lavastrand vom Meer abgetrennt ist. Zwar führte der Wasserfall bei unserem Besuch kein Wasser, aber der Pool wird wahrscheinlich auch zum Teil vom Meerwasser bei Flut gespeist. Hier konnte man um den ganzen Berg laufen und immer wieder tolle, wechselnde Ausblicke genießen: türkisblaue Wellen, die sich an grünbewachsenen schwarzen Lavafelsen brechen!
Nachdem wir nun richtig hungrig waren, mussten wir feststellen, dass Hana keine guten Restaurants hatte und alle lunch places bereits geschlossen hatten. Glücklicherweise hatten wir ein kleines Schild an der Straße gesehen, dass Thai Food angekündigt hatte. Die "Kneipe" sah so aus wie ein Kirchen-Kaffee-Ausschank; provisorisch und sehr klein...aber das Essen war unglaublich gut. Für gerade einmal $20 haben wir ein tolles grünes Curry und frittierte Aubergine mit Tofu bekommen.
Unser letzter Stop war der schwarze Sandstrand im Wai'anapanapa Park. Der Strand besteht aus kleinen schwarzen Lavakieselsteinen, die zu einem Teil so klein sind, dass sie aussehen wie Sand. Hier ist die Sonne bereits untergegangen, so dass wir den größten Teil der Strecke bei Nacht zuruuck gefahren sind. Christian hat die Fahrt in den Serpentinen richtig Spaß gemacht... als wir zu Hause angekommen sind war es dann aber trotzdem genug :-)
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Freitag, 10. Februar 2012

Whale watching

Kurzentschlossen haben wir am Freitag nach Möglichkeiten zum Whale watching geschaut. Da sich 80% der Buckelwale (humpback whales) zwischen der Westküste von Maui und Lanai aufhalten, haben wir eine zweistündige Mittagstour von Maalaea  aus unternommen.
Zu Beginn haben wir aus der Ferne eine Mutter mit Kind gesehen und mehrere Wale, die Luft ausgestoßen haben. Vorallem die Mütter mit den Jungen schwimmen aber immer schnell davon.  Zur Sicherheit der Tiere dürfen Schiffe nicht näher als 35 Meter heranfahren.
Wir haben das Jungtier aber trotzdem aus einiger Entfernung beim Springen beobachten können.
Kopf des Buckelwals beim Auftauchen
Nach wenigen Minuten ist dann aber etwas ganz tolles und seltenes passiert. Während wir auf ein anderes Paar zugefahren sind ist direkt neben uns ein Wal aufgetaucht. Die Crew hat sofort den Motor abgestellt und wir haben gewartet. Der Wal war aber von dem Boot so fasziniert, das er für gut 15 Minuten um uns herum geschwommen ist: unter dem Boot durch, so dass wir unter Wasser die weißen Flanken, die Flossen und den Schwanz blitzen sehen konnten. Er ist aber auch immer wieder aufgetaucht um entweder drehend oder gerade abzutauchen. Sogar die Crew war hin und weg!
Das Schauspiel war kaum noch zu Toppen. Wir haben aber aus einiger Entfernung noch ein paar männliche Wale gesehen, die um ein Weibchen gebuhlt haben. Dabei sind sie immer wieder aus dem Wasser gesprungen und dann drehend untergetaucht. Von vorne hat man dabei die Flossen drehen gesehen. Die Gruppe ist aber immer wieder verschwunden als wir näher kamen, um an einer anderen, entfernten Stelle wieder aufzutauchen. Der Ausflug war wirklich genial!
Zum Abendessen sind wir nach Lahaina gefahren, der alten Hauptstadt von Hawai'i. Hier ist es deutlich touristischer als bei uns in Paia, aber auch das muss ja mal sein. Wir sind zuerst noch etwas an der Strandpromenade entlang gebummelt und haben dann im "Cheeseburger in Paradise" beim Sonnenuntergang zu Abend gegessen. Ich hatte einen Veggie-Burger mit einer dünnen Scheibe gegrillter Ananas und Teriyaki-Sauce. Das werde ich mir merken. Die Sonne ist hinter Moloka'i untergegangen und hat den Himmel in ganz leichtes rot getaucht. Die Sonnenuntergänge sind hier an der Westküste bekanntermaßen schöner, was wir nur bestätigen können.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Haleakalā National Park

Der Haleakalā National Park ist ein Zeugnis der Entstehung der Inseln von Hawaii durch vulkanische Eruptionen. Den Namen hat der Park von Haleakalā (3.055 m Höhe), einem ruhenden Vulkan, der zuletzt um 1790 ausbrach. Seit 1980 ist der Park ein internationales Biosphärenreservat. Der Park umfasst 122 km² mit 100 km² Wildernis.
Der Krater ist eigentlich ein von starken Regenfällen über jahrtausende ausgewaschenes großes Becken mit mehreren Vulkankegeln (Cinder cones) und dicken Schichten von Asche und Bims.
Es handelt sich dabei um Schildvulkane, also sehr flache Vulkane mit einer Hangneigung von meist nicht mehr als 5°, welche stattdessen eine sehr große Ausdehnung annehmen können. Diese Form entsteht durch die sehr dünne Lava die beim Austritt eine hohe Flissgeschwindigkeit entwickelt und sich somit weit ausbreiten kann. Die dünnflüssige Lava der Schildvulkane mit einer Temperatur von 1000°C - 1250°C entsteht durch einen geringen Anteil von Gas und Siliziumdioxid und gibt den Schildvulkanen aufgrund ihrer rotglühenden Farbe auch den Beinamen Rote Vulkane. Die Lava der Schildvulkane kann sich über hunderte Quadratkilometer ausdehnen und wird bei der Erstarrung zu Basalt.
Durch die Mondlandschaft
Wir sind am Dienstag zum Park gefahren, haben unsere Erlaubnis für die reservierte Cabin abgeholt, ein nettes Ehepaar gefunden, das uns von unserem exit trailhead mit zum Gipfel genommen hat, da wir dort in den Krater einsteigen wollten. Kurz vor Mittag sind wir dann auch über einen der beiden Wanderwege, den Sliding Sands trail, in den Krater abgestiegen. Auf dem Weg haben wir die alpine Zone durchwandert, in der kaum Pflanzen wachsen. Bereits kurz nach Beginn der Wanderung kann man erkennen, woher der Sliding Sands Trail seinen Namen hat, denn die kleinen Steine unter den Schuhen stauben wie feiner Sand. Sliding heißt auf Deutsch "rutschend", und wegen des entsprechenden Untergrunds ist der Aufstieg auf diesem Trail um ein Vielfaches anstrengender als der Abstieg. Dieser "Sand" besteht aus vulkanischer Schlacke und Asche, die bei vielen verschiedenen Eruptionen vor Hunderten und Tausenden von Jahren heraus geschleudert wurden. Beim Abstieg zeigt sich der Krater in seiner ganzen Farbenpracht: Rot, Gelb, Orange, Violett, Braun, Grau, Schwarz und viele Mischfarben wechseln einander ab. Dazwischen wachsen immer wieder Silberschwerter, eine typische Pflanze in diesem Teil des Parks. Zusammen mit den Lavaformationen (poröse Steine) und deren Anordnung erinnerte das meiste an eine "Raumschiff Enterprise"-Kulisse.
Auf der Strecke haben wir 790 Höhenmeter auf 6,3 km zurückgelegt. Die ganze Strecke von 9 km bis zu unserer Hütte (Kapalaoa) haben wir in 2:40 h geschafft. Da uns die Ranger gesagt hatten wir brauchen zwischen 4 und 6 Stunden für den Weg, hatten wir dort jede Menge Zeit. Christian hat in der Hütte erst einmal eingeheizt und sich dann ausgeruht während ich mir mit Lesen die Zeit vertrieben habe. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann ein Stück auf einem anderen Trail gelaufen und haben den Sonnenuntergang genossen. Danach wurde es ziemlich schnell dunkel und wir sind zurück in die Hütte gegangen. Aus den Stockbetten haben wir uns versucht ein breiteres Bett für uns beide zu bauen. Leider war das nur halberfolgreich. Obwohl das Feuer ordentlich gebrannt hat, ist die Hütte sehr schnell ausgekühlt. Die Kälte war noch ganz gut zu verkraften, aber die "Betten" waren so unbequem und hart, dass wir nicht wirklich schlafen konnten. Die Temperaturen sind von +30˚C am Tag in der Nacht auf unter den Gefrierpunkt gefallen, so dass der Nebel sich als Eiskristalle am Boden niedergeschlagen hatte.
Der Frost der Nacht bleibt im Schatten der Felsen und Steine
Zum Sonnenaufgang sind wir dann ebenfalls ein Stück gelaufen und haben das Farbenspiel am Himmel und die Eiskristalle am Boden bewundert. Nachdem wir am Vortag schon deutlich mehr gelaufen waren und somit gesehen hatten als geplant, haben wir uns aufgrund der schlechten Nachtruhe dazu entschlossen, am gleichen Tag komplett aus dem Park zu wandern. Diesmal haben wir den Halemau'u trail genommen. Dieser führt 5,6 km bergauf und -ab durch ebenfalls relativ karge Landschaft. Zu Beginn des Weges war das Tauen der Eiskristalle ein tolles Schauspiel. Die Bereiche, die im Schatten von Steinen lagen, wiesen noch Eiskristalle auf, während die Sonne in allen anderen Bereichen bereits alles weggeschmolzen hatte. In diesem Abschnitt dominieren schwarz, grau und dunkelbraun.
Der steile Aufstieg
Nach ca. zwei Stunden hatten wir bei der Holua Cabin die Hälfte des Weges zurückgelegt. Nun lag mit weiteren 6 km der Aufstieg von 2115 m auf 2436 m vor uns. Leider ging es zu Beginn erst noch einmal ca. 100 Meter bergab, so dass der Aufstieg dann 400 Höhenmeter waren. Der Weg schlängelte sich in Serpentinen den stark bewachsenen Berg hinauf und nach 2:20 h hatten wir den Weg durch die Wolken trotz meiner Höhenangst gemeistert. Es war wirklich super, das Auto gleich dort vor Ort zu haben...vor allem weil ich vergessen hatte, es abzuschließen :-)

Dienstag, 7. Februar 2012

Ankunft in Hawaii

Unser Flug war in drei Etappen unterteilt: in 3 Stunden von Madison nach Denver, CO, dann in 7,5 Stunden nach Honolulu auf Oahu und zu guter letzt 30 Minuten nach Kahalui auf Maui. Zum Glück haben wir beim längsten Stück ein Upgrade in Economy Plus bekommen und haben den Flug mit mehr Platz gut ausgehalten.

Am Ziel haben wir erfahren, dass unsere Koffer es nicht mit in den Flieger geschafft hatten, aber mit der nächsten Maschine 45 Minuten später ankommen werden. Daher haben wir mit sehr leichtem Gepäck unseren Mietwagen abgeholt und dann erst unser Gepäck eingeladen :-)
Vom Flughafen zu unserer Hostess, Erica, waren es nur ein paar Minuten. Wir haben hier ein Zimmer in einem sehr schönen und komfortablen Haus, in dem zwei Kanadierinnen wohnen. Somit bekommen wir Infos von "Einheimischen" und finden immer die besten Strände und Aktivitäten mit Insider-Infos. So waren wir zum Beispiel am Montag Abend bei Sonnenuntergang am Ho'opika Strand, da dort vorherige Nacht Schildkröten gesichtet worden. Tatsächlich haben wir auch an diesem Abend beobachten können wie sich fast 10 dieser Riesen an den Strand spülen ließen. Einfach unbezahlbar!
Blick aus dem Wohnzimmer
 Paia ist außerdem ein Ort für junges Publikum. Es gibt nur wenige Touristenläden, sondern mehr kleine Cafes und Bistros für Surfer und Hippies. Außerdem gibt es hier auch ein ganz tolles, kleines vegetarisches Restaurant und einen Supermarkt wie unsern Willy Street Coop in Middleton mit Biolebensmitteln.
Hier gefällt es uns sehr gut!