Samstag, 24. Juli 2010

German Fest

Milwaukee hatte bei seiner Gründung eine überwiegend deutsche Bevölkerung. Das ist noch an einigen Stellen deutlich zu merken (z. B. gibt es hier ein Hofbräuhaus) - vorallem aber weil es hier das German Fest gibt. Das
wollten wir uns also auf keinen Fall entgehen lassen. Daher haben wir uns am Samstag wieder mal bei Scott einquartiert. Zur Begrüßung hat uns Scott ein Bier kredenzt und so gestärkt ging's dann in einen nahegelegenen Park zum Boccia spielen - oder bocce, wie es hier heißt.
Dort sind dann noch Mike und Ashley dazu gekommen. Nachdem der Tag unglaublich heiß war, mussten wir schon nach einer Stunde zurück in die Wohnung. Dabei hat bocce richtig Spaß gemacht!
Zurück in Scott's Wohnung hat Christian allen Mau Mau beigebracht. Schafkopf war einfach zu schwer!
Am Abend sind wir dann "endlich" zum German Fest aufgebrochen. Der Eintritt kostet erstaunliche $13. Aber schließlich müssen die Volksmusikstars aus Deutschland irgendwie bezahlt werden. Denn drinnen kann man einfach von Bühne zu Bühne laufen.
Die Auswahl an deutschem Essen war echt groß: von Bratwurst mit Sauerkraut über Rollbraten, Goulash bis zu potato pancakes with apple sauce. Und Christian's Bratwurst und meine Kartoffelpuffer waren tatsächlich ganz gut.
Die Bierauswahl war allerdings nicht so deutsch - es gab Miller und als Exot Pilsner Urquell.
Die Besucher waren bunt gemischt: normale Amis, Amis in bayerischer Tracht und ein Prinzenpaar. Für uns war das ganz lustig anzusehen. Nach kurzer Zeit ist dann noch Judith und Brian zu uns gestoßen und so konnten wir uns zusammen über die Interpretation deutschen Brauchtums amüsieren.
Am späteren Abend haben wir uns dann wieder für die Riverside Brewery am Milwaukee river entschieden und den Abend (oder frühen Morgen) ausklingen lassen.
Am nächsten Mittag sind wir zum Frühstück in ein nahegelegenes Cafe gegangen. Scott war schon früh zu einem Fahrradrennen aufgebrochen und hatte uns den Laden empfohlen.
Das Essen hier war richtig lecker und der Stil des Ladens war industry-punk-organic! Einfach cool eben...
Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher zu Judith und Brian gemacht. Die beiden waren seit meinem letzten Besuch umgezogen und da musste ich natürlich mal das neue Haus bestaunen. Ein wirkliches Schnäppchen!
Lange konnten wir aber nicht bleiben, weil wir abends in Madison im Kino verabredet waren.
An diesem Abend bin ich auf dem Heimweg vom Kino fast im Auto eingeschlafen!

Sonntag, 18. Juli 2010

Opera in the park

Das Wisconsin State Journal beschreibt das event als "One gorgeous, near perfect mid-summer evening, lounging for a few hours on the expansive lawn at Garner Park with several thousand friends...and music, really good music, played and sung very well indeed."
Und das stimmt auch!
Ich bin zusammen mit einer Freundin Barbara und deren Mann zum Picknick gegen 6:30 pm in den Park. Wir haben es uns mit einer Flasche Wein, Baguette, Käse und Erdberren richtig gut gehen lassen. Um 8 pm hat das Konzert dann begonnen. Das Orchester und der Chor der Madison Opera hat zusammen mit Gaststars eine Vorschau auf den Soielplan der Saison gegeben. D. h. es wurden ausgewählte Stücke aus der Hochzeit des Figaro, La Traviata, der three penny opera, aber auch aus Musicals wie der West Side story präsentiert - aus Stücken eben, die bis zum nächsten Sommer in Madison gespielt werden. Durch die verschiedenen Genre und Komponisten war der Abend sehr abwechslungreich, wenn auch nicht durchgängig. Ich muss aber sagen: Sich auf einer Decke im Park hinzu legen, in den Himmel zu schauen und den Sonnenuntergang bei toller Musik zu genießen - außergewöhnlich!

Montag, 12. Juli 2010

Unser erster Roundtrip: 1,760 miles of corn, wheat and cattle

Freitag, July 9th:
Nachdem wir vor hatten im Morgengrauen aufzubrechen, am Vorabend aber bis spät in die Nacht im Kino waren, sind wir dann um 9 am endlich gestartet. Nach drei Stunden Fahrt haben wir endlich den Mississippi bei La Crosse überquert. Da sieht man mal was ein breiter Fluss ist!
Die Reise geht weiter durch Minnesota auf dem Hwy 14. Wir sehen stundenlang kein anderes Auto. Zur Stärkung essen wir in einem Diner Caramel Apple Pie und Strawberry Pie with whipped cream.
Danach geht's weiter durch South Dakota ins Capital Pierre. Dort nehmen wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt wie das Capitol in Augenschein und mischen uns in einer Country Kneipe unter die Einheimischen. Kurz vor Mitternacht schalgen wir unser Lager in einem Super 8 Motel auf.

Samstag, July 10th:
Nach einem Frühstück mit selbstgemachten Waffeln (haben wir echt selbstgemacht; man zieht sich Waffelteig aus dem Automaten und gibt es in ein vorgeheiztes Eisen, über einen Kontakt startet der Timer und das Eisen piept sobald die Waffel fertig ist) setzen wir über den Missouri river über und besichtigen die Stadt Fort Pierre. Hier war um die Jahrhundertwende das Pelzhandelszentrum der Welt. Trotz langem Suchen können wir davon jedoch keine Spur mehr entdecken.
Wir setzen die Reise nun auf dem Hwy 14 bis nach Wall fort. In dieser Touri-Westernstadt können wir uns über die Gebräuche beim Anlocken und Veräppeln von Kunden vertraut machen. Die Stadt ist sehr schön gestaltet, es geht hier aber hauptsächlich um den Verkauf von Indianer-Schmuck made in China. Das muss man mal gesehen haben.
Von hier nehmen wir die Interstate 90 über Rapid City weiter auf dem Hwy 44 /385 in die Black Hills.
Die Landschaft hat ihren eigenen Reiz und erinnert uns hier und da an den Schwarzwald, aber auch ans Allgäu - dichter Nadelwald auf meist sanften Hügeln. In den Bergen legen wir dann eine Pause am See ein.
Unser erstes Zwischenziel liegt nun unmittelbar vor uns: Mt. Rushmore
Kurz nach unserer Ankunft müssen wir uns wegen eines severe thunderstorm warnings nach einer Unterkunft im nahegelegenen Ort Keystone umsehen.Um die Reisekasse wieder etwas aufzubessern, machen wir eine Tour durch die Big Thunder gold mine, und lassen uns im Anschluss in die Kunst des pannings (Gold Waschens) einweisen. Christian stellt sein Glück gleich auf die Probe und findet auch Gold. Vielleicht überdenken wir mal unsere Jobs und wechseln von der Erforschung neuer Gebiete zum Abbauen von Gold.
Nach diesem Erfolg fahren wir zurück zum Mt. Rushmore und wandern im Abendrot am Fusse des Berges auf dem Presidential trail. Nach Sonnenuntergang setzen wir uns ins Amphitheater und bestaunen die night show am Berg. Zuerst erklärt uns ein park ranger die Bedeutung des monuments. Im Anschluss daran wird ein Film über die vier Presidenten Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt vorgeführt. Den Abschluß bildete dann die Light show auf die Köpfe der Presidenten, das gemeinsame Singen der Nationalhymne (Gänsehaut-feeling) sowie die Versammlung aller anwesenden Veteranen und das Abnehmen der Flagge auf der Bühne.

Sunday, July 11th:
Von Keystone geht es heute weiter durch die Blackhills gen Süden. Von vielen Aussichtspunkten entlang des Weges ist der Mt. Rushmore noch zu erspähen. Unsere Tour führt uns durch den Custer State Park. Dabei wechseln wir von Nadelwäldern zu Prairie und Steppe. Entlang der Straße sehen wir blue birds, Burros (Esel), Pronghorns (ähnlich wie Steinböcke) und als Höhepunkt eine ganze Büffelherde.
Die Tiere sind sehr beeindruckend und erhaben. Sie lassen sich durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen - und das obwohl Jungtiere dabei sind. Beim Weiterfahren können wir in der Ferne hinter einer Baumkette eine noch größere Herde von mehr als hundert Büffeln erkennen.
Zur Entspannung nach der ganzen Aufregung nehmen wir nun wieder eine etwas eintönigere Route -  durch grassland natürlich. Über eine Schotterpiste kürzen wir vom Hwy 40 auf den Hwy 44 ab. Dabei durchfahren wir bereits den Badlands National park, der in diesem Abschnitt Buffalo Gap grassland heißt.
Hier halten wir an, um die Landschaft zu erkunden. Wir sammeln unzählige Steinproben zur genaueren Inspektion nach unserer Rückkehr (voraussichtlich in einer Vase). Danach ist wieder eine Bevölkerungsstudie angesagt: Wir halten an einem Country Diner mit Tankstelle an den Crossroads von county road 583 auf Hwy 44 und nehmen ein Snickers und Kaffee zu uns. Die Einheimischen sind sehr freundlich und berichten uns viel über ihre Lebensweise wie das Farmleben und die Viehwirtschaft.
Nach dieser Stärkung nehmen wir endlich Kurs auf den eigentlichen Teil des Badlands National Park. Wir genießen den wunderschönem Ausblick auf die ehemalige Welt unter Wasser. Durch die unterschiedlichen Sedimentationsschichten sind die Berge hier buntgestreift.
In der Mitte unserer Durchquerung beginnt es zu regnen, Beim Verlassen des Parks ist der Regen jedoch zu einem Thunderstorm angewachsen.
Daher beschließen wir unsere Fahrt solange fortzusetzen bis der Regen nachläßt. Kurz bevor wir 1880 town passieren, hört der Regen auf. Wir halten an, um das Auto zu inspizieren. Die bei der Fahrt der letzten Tage entstandene Chitinpanzer-Kruste wurde komplett vom Auto gewaschen. In 1880 town besichtigen wir die Originalkulisse von "Dancing with wolfes" und sehen einen richtigen Westernsaloon.
Den Rest des nachmittags und Abends fahren wir weiter gen Osten auf der I 90 und erleben einen traumhaften Sonnenuntergang zur linken der Straße und ein Gewitter zur rechten.

Monday, July 12th:
Wir brechen unser Nachtlager in Sioux Falls ab und betrachten die Umgebung. Wir haben die Stadt vergangene Nacht erst bei Dunkelheit erreicht und noch gar nicht in Augenschein nehmen können. Wir bewundern die zwei stufigen Wasserfälle des Big Sioux rivers und besichtigen die größte Cathedral in USA. Leider wird diese gerade renoviert, so dass wir fast ausschließlich die Fassade betrachten können. Dies war dann auch der letzte Stop auf unserer Route. Christian fährt den Rest der Strecke gerade in einem Rutsch durch.
Zu Hause zeigt unser Tacho eine Sztrecke von 1,760 Meilen an. Zufrieden und glücklich, ob der vielen tollen Eindrücke erklären wir unseren ersten roadtrip für erfolgreich abgeschlossen und erholen uns nun von den Strapazen der Reise.

Montag, 5. Juli 2010

Baraboo

Der Independence Day ist dieses Jahr auf einen Sonntag gefallen. Aus diesem Grund haben dann Büroangestellte, Verkäufer und einige andere montags frei. So ist das auch an der Uni.
Aus diesem Grund hatten wir dann auch Zeit, am Montag einen etwas längeren Ausflug zu machen. In der Nähe liegt eine kleine Stadt - Baraboo - die wir uns mal genauer anschauen wollten.
Nach nur einer halben Stunde Fahrt waren wir am Ziel und mussten erst mal nach dem Stadtkern suchen. Der ist so klein, dass wir ihn fast übersehen hätten. Nachdem wir die eine interessante Straße entlang gelaufen waren, haben wir uns ins Little Village cafe gesetzt und einen Kaffee getrunken. Das cafe oder eigentlich Diner war wirklich witzig und originell eingerichtet und Christian hat den Kaffee gelobt, was hier sonst nicht so oft vorkommt. Wir haben aber wieder was dazu gelernt: Marketing ist alles!
Und wenn man nur eine schöne Straße hat, dann muss man die eben richtig in Szene setzen.
Das nächste Mal, wenn wir hier herkommen, lassen wir einen Besuch in Baraboo wohl ausfallen und gehen direkt in den nahe gelegenen state park
Der Glücksfall des Tages war jedoch, dass wir einen echt guten Käseladen auf dem Heimweg gefunden haben, der auch eine Filiale in Middleton hat. Allein dafür hat sich der Ausflug gelohnt!

Sonntag, 4. Juli 2010

summer fest in Milwaukee

Milwaukee: alte Industriestadt am Lake Michigan!
Die Beschreibung lässt schwer ahnen was die Stadt bereit hält, oder eben auch nicht. Wir hatten das Glück, dass wir nicht alleine auf Erkundungstour gehen mussten, sondern wir hatten einen Guide. Scott Eisenhardt, ein ehemaliger Austauschstudent am LKT, hat sich unserer angenommen. Er wollte sich dafür revanchieren, dass Christian ihn damals in München aufgenommen hat und ihm die Stadt gezeigt hat. Und das hat er.
Nachdem wir angekommen waren, sind wir gleich zum Yachthafen und mit seinen Eltern auf deren Boot raus auf den Lake Michigan gefahren. Von dort haben wir die Skyline der Stadt betrachtet und sind auf dem Milwaukee river auch ein Stück in die Stadt reingefahren. Tolle Aussicht!
Vom Hafen sind wir dann mit dem Auto am Strand entlang und ein Stück durch die Stadt gefahren, um einen Eindruck von der Größe zu bekommen. Eingekehrt sind wir dann bei "Knight's bar", einer German bar. Die gehört zum Mader's, einem world-reknown German restaurant. Dort gab's dann erst mal ein Weizen oder Cola-Weizen (Franziskaner) und eine Riesen-Brezen zur Stärkung. Die Kneipe hat wirklich Flair, auch wenn man sowas in Deutschland nur noch selten findet. Hier wurde die Tradition jedenfalls konserviert.
Zurück in Scott's Wohnung haben wir die Aussicht vom Balkon auf Fluss und lake genossen. Scott wohnt im relativ trendigen Third Ward Bezirk. In diesen alten Fabrikgebäuden am Hafen sind mittlerweile stylische Lofts entstanden: mit 4 Meter hohen Räumen und geklinkerten Wänden. Hier hat uns Scott mit einem Hopfen-Bier verköstigt, dass sehr blumig geschmeckt hat. War nicht so unser Geschmack, aber probieren geht immer.
Von hier sind wir dann zum summer fest aufgebrochen, dem größten Musikfestival der Welt. Auf 10 Bühnen spielen 10 Tage lang jeweils 6 Bands, was zusammen 600 live acts macht. Damit liegt das Festival in der Tat ganz weit vorne.
...aber es ist auch ziemlich überfüllt. Wir haben bei zwei Bands zugehört, sind dann aber an den See gelaufen, um dort das Feuerwerk anlässlich des Independence Day anzuschauen. Sehr beeindruckend - Feuerwerke dieser Größe findet man wahrscheinlich auch hauptsächlich in USA. Zum Einen wurden die Böller sehr hoch geschossen (wir schätzen an die 200 Meter), zum Anderen hat das ganze Spektakel weit über eine halbe Stunde gedauert. Kaum zu glauben, aber auch ein Feuerwerk kann irgendwann einmal langweilig werden!
Zum Abschluss des Abends sind wir noch in eine kleine Brauerei am Hafen und haben einen Absacker zu uns genommen. Ein echt cooler Tag...und wir kommen wieder...in 3 Wochen ist nämlich German Fest in Milwaukee!