Samstag, 19. Februar 2011

Polar Plunge

Die Leute in Madison bzw. ganz Wisconsin sind verrückt, aber liebenswert! Das haben sie heute wieder eindrucksvoll bewiesen - beim Polar Plunge.
Dabei wird in ein Loch ins Eis von Lake Monona geschlagen und Leute springen ohne Unterbrechung von 9 Uhr morgens bis 16 Uhr am nachmittag in Schwimmmontur ins eiskalte Wasser. Natürlich dient das Event einer guten Sache. Jeder Plunger hat im Vorfeld versucht, soviel Geld wie möglich zur Unterstützung seiner Teilnahme zu sammeln. D.h. in unserem Fall haben wir William (einem unserer Grad students) gesponsert, damit er auch wirklich hüpft. Jeder Teilnehmer soll versuchen mindestens $75 zusammen zu bekommen. Das Geld wird dann für die Paralymics gespendet. So treten Teams von Firmen, Uni-Organisationen und Gruppen von Freunden an, die z. B. einen Behinderten in der Verwandschaft oder im Freundeskreis haben.
Christian war auch vorne dran dabei - aber nicht als Eistaucher, sondern hat als Freiwilliger geholfen, die Pools zum Aufwärmen nach dem Springen mit heißem Wasser zu füllen.

Sonntag, 6. Februar 2011

Up North

Nachdem Christian vergangenen Sommer schon zwei mal mit David im Haus seiner Eltern im Norden von Wisconsin war, bin ich dieses Wochenende das erste Mal mitgekommen. Diesmal wollten wir aber nicht Wasserski, sondern Snowmobile fahren.
Daher haben wir Freitag Abend nach der Arbeit unsere wärmsten Winterklamotten eingepackt und sind vier Stunden "up north" gefahren, wie man hier in Wisconsin sagt. Da ziemlich viele Leute ein Ferienhaus im Norden haben, war auf der Strasse auch einiges los. Allerdings sind wir ohne Probleme durchgekommen und waren dann kurz nach 23 Uhr da. David war gerade vor uns angekommen und Mike und John kamen mit dem Trailer und zwei Snowmobiles kurz nach uns an.
Nachdem wir den Trailer abgeladen hatten, sind wir gegen 1 Uhr nachts losgefahren, um noch eine Bar zu finden, die offen hatte. Bei "Hope's Landing" am Pelican Lake sind wir fündig geworden. Das Bier kostet hier $ 1.25 und einen Riesen-Long-Island-Icetea gibt's für $6. Serviert wird der stilecht im Einmachglas, was hier statt von "Weck" von der Firma "Ball" hergestellt wird. Das ist ziemlich urig. Zur Unterhaltung haben wir als erstes Shake-of-the-day gespielt. Dabei hat man einen Würfelbecher mit 5 Würfeln. Der erste, der an einem Tag würfelt, legt mit einem Würfel fest, was die Zahl des Tages ist. Dann kann man für eine Beteiligung von $1 3 mal würfeln. Hat man mit dem einen farbigen Würfel beim ersten Wurf die Tageszahl, bekommt man ein Freigetränk. Hat man insgesamt 4 mal die Tageszahl, bekommt man einen six pack und wenn man alle richtig hat, gewinnt man den halben Pot. Bei uns hat Mike ganze $18 gewonnen. Danach sind wir gegeneinander angetreten, um einen Nagel mit der Hammerspitze in einen Baumstamm zu schlagen. Ich war Erste, dicht gefolgt von Christian. Bei diesem Spiel hat Mike verloren, so dass er eine Runde ausgeben musst - und schon war der Gewinn dahin! Als Hope ihre Bar dann kurz vor Sperrstunde um 3 Uhr zumachen wollte, habe ich die Jungs nach Hause gebracht.
Am nächsten Morgen haben wir in der Stadt - Elcho - Frühstück eingekauft und bis wir zurück waren, sind auch Brian und Lea aufgetaucht. Dann haben wir uns fertig gemacht, die restlichen beiden Snowmobiles abgeladen und uns auf den Weg gemacht. Christian und ich sind zusammen auf einem Zweisitzer gefahren. Es ging sofort richtig los und Christian hat sich ruck-zuck mit dem Snowmobile zurechtgefunden. Ich musste mich wahrscheinlich länger ans Beifahren gewöhnen als Christian ans Fahren!
Eigentlich ist das auch recht einfach: wenn es einmal läuft, kann man entweder Gas geben oder Bremsen, wobei man dabei aber ordentlich in Rutschen kommen kann. Daher ist es vielleicht besser gesagt "Gas geben" und "Nicht Gas geben". Es gibt nur einen Gang, so dass man auch nicht schalten muss. Trotzdem kommen die Teile bis auf 70 mph - und stinken nach Benzin. Die Trails samt Beschilderung sind in etwa so gut ausgebaut wie bei uns Fahrrad- oder Wanderwege. Gerade Strecken werden von kurvigen Routen durch den Wald abgelöst und huppelige Pisten von gut gespurten Wegen. Bei Gegenverkehr gibt man mit Handzeichen an, wieviele Snowmobiles noch nach einem kommen. Als letzter im Konvoi zeigt man an, dass keiner mehr danach kommt. Somit wird das ganze etwas überschaubarer. Obwohl David meinte, dass wir ein ganz schön belebtes Wochenende erwischt haben, sind uns nur wenige Snowmobiles entgegen gekommen - vielleicht einmal in der halben Stunde.
Zwischendurch haben wir immer mal wieder Pause in einer Bar eingelegt, um uns mit Kaffee, Bier und auch mal was zu Essen zu stärken. Unser Ziel hatten wir dann in Snow Eagles erreicht, das ca. 50 Meilen von unserem Startpunkt entfernt liegt. Hier haben wir Pretzels mit Meerrettich und Senf bekommen, die uns vor Schärfe allen die Schuhe ausgezogen haben. Gut, dass Bier zum Löschen da war! Bevor wir weiterfahren konnten, mussten wir noch eine Eisburg besichtigen, die auf dem Stadtplatz aufgebaut war. Sah schon sehr cool aus!
Den Rückweg haben wir dann erst angetreten als es bereits dunkel geworden war. Durch den vielen Schnee war die Nacht aber sehr hell und die Sichtverhältnisse waren gut. Den Abend haben wir in einer Bar am Post Lake, an dem auch David's Haus liegt, ausklingen lassen. Am nächsten Tag sind wir nach ausgiebigem Frühstück um die Mittagszeit aufgebrochen. Leider hatte David's Snowmobile nach knapp einer Stunde einen Motorschaden.
Nachdem Christian ein bisschen daran rumgeschraubt hatte, konnten wir es wenigstens wieder zurück zum Haus fahren. Von dort sind wir dann in einer kleineren Gruppe auf den Post Lake gefahren, wo ich erst ein bisschen üben konnte und die Jungs dann noch ein Rennen gefahren sind. Das war ein richtiger Spass.
Völlig durchgefroren und erschöpft haben wir dann die Pizza verputzt, die die daheim gebliebenen in der Zwischenzeit gebacken hatten. Dann war es auch schon Zeit für den Super Bowl: Greenbay Packers (Wisconsin) gegen die Pittsburgh Steelers (Pennsylvania). Da die Strassen während dem Spiel wie leergefegt waren, haben wir die Chance genutzt um in Rekordzeit nach Hause zu fahren. Im Radio konnten wir dann mitverfolgen wie die Packers den Sieg nach Hause gebracht haben: Go Pack Go!