Samstag, 23. Juli 2011

Blooming Butterflies

Es ist Samstag, die Sonne scheint und im Olbrich Botanical Garden geht die "Blooming Butterfly"-Season zu Ende. Aber nicht ohne uns. In München waren wir mit Simon schon mal bei der gleichen Veranstaltung und damals hatte es uns auch so gut gefallen, dass wir in Madison auch hin wollten.
Begonnen hate die Ausstellung im Foyer mit einer großen Sammlung präparierter Schmetterlinge. Anders als in München waren die Puppen aber nicht wirklich aus aller Welt importiert, sondern es handelte sich nur um Schmetterlingsarten aus den nordamerikanischen Midwest-Staaten. Die sind im Tropenhaus geschlüpft und dort auch frei herum geflogen. Christian hatte sogar Glück und konnte einige davon recht gut fotografieren. Die meisten haben wir aber einfach nur angeschaut, da sie eh viel zu schnell für uns gewesen wären.
Zwischen die Schmetterlinge haben sich auch die im Tropenhaus ansässigen Kanarienvögel und Perlhühner gemischt, denen die ganzen Kinder immer versuchen nach zu laufen. Obwohl das Tropenhaus eigentlich das ganze Jahr über sehr schön ist, haben die Schmetterlinge natürlich noch einmal einen ganz besonderen Flair verbreitet.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Welcome to Fabulous Las Vegas!

Freitag, July 15th:
Am Abend ging es los: über Minneapolis, MN nach Las Vegas, NV. Spät in der Nacht sind wir dann in Las Vegas angekommen. Wir wussten trotz Müdigkeit auch sofort wo wir sind. Am Flughafen stehen nämlich schon die ersten Spielautomaten.
Gegen 2 am sind wir dann in unserem Hotel Monte Carlo auf dem Strip angekommen. Nachdem wir die Koffer abgestellt haben, sind wir nochmal runter ins Hotelcasino - Sauerstoff tanken. Unser Hotel hatte wie jedes andere auch - wie wir später noch festgestellt haben - vorallem Spielautomaten, aber auch jede Menge Black Jack und ein paar Roulette und Crabs Tische. Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, sind wir dann um 4 Uhr morgens doch müde ins Bett gefallen.

Samstag, July 16th:
Am Samstag sind wir trotzdem früh aufgestanden und Christian hat im food court des Hotels bei Sbarro Frühstück geholt. Dann sind wir los auf den Strip gen Norden durch die Einkaufspassagen und Casinos der angrenzenden Hotels (Aria, Crystal's, Bellagio). Bei an die 40˚C wollten wir gar nicht wirklich draußen an der Straße unterwegs sein.
Alle diese Hotels haben jede Menge Kunstwerke (Installationen) aufgebaut und aufwendige Inneneinrichtungen, genau so wie man es sich vorstellt oder auch schon gesehen hat. Im Bellagio zum Beispiel war es wie bei einem Spaziergang in der Toskana, mit ein paar eingestreuten tropischen Pflanzen und dazwischen lange Pinienbäumen. Dort haben wir auch die Galerie von Jeff Mitchum besucht, der ein bekannter Landschaftsfotograf ist. Seine Bilder werden auf riesige Aluminiumplatten gedruckt und lackiert. Nicht nur die Bilder waren wunderschön, auch die Gestaltung der Rahmen: Bilder von Häfen und Meer in alten weiß-rostigen Metallfensterrahmen und Indian Summer in Aspen mit einem Passepartout aus Birkenrinde und Rahmen aus schwarzem Holz. Super Ideen für zu Hause!
Einfach alles ist hier extravagant - sogar die Präsentation der Eiscreme. Je nach Geschmack werden die Container mit Schokoladenfiguren und Bögen oder Früchten verziert. Das beste allerdings: es hat auch noch sehr gut geschmeckt!
Dann sind wir mit einer Fahrerlosen Bahn, die mehrere Hotels miteinander verbindet, zurück ins Hotel.
Von dort ging's dann zum Flughafen, um unseren Mietwagen abzuholen. Nach kurzer Fahrt haben wir auf einem Supermarktparkplatz festgestellt, dass ein Reifen platt ist. Mein Held Christian hat schnell den Ersatzreifen aufgezogen und dann haben wir den Wagen getauscht und für die Unannehmlichkeiten  ein Upgrade bekommen.
Dann ging's aber endlich los zum Red Rock Canyon. Der liegt nur 15 Minuten westlich von Las Vegas und scheint noch ein relativer Geheimtipp zu sein, denn außer uns waren dort ganz wenige Autos anzutreffen. Die Berge dort sind nicht sonderlich hoch, aber dafür leuchtend rot, so dass man sie schon von weitem erkennen kann.

Von dort sind wir zurück nach Las Vegas gefahren. Wir haben dort im alten Stadtzentrum nördlich des Strips haltgemacht, um uns einen Pawn Shop (Leihhaus) anzusehen. Das ist aber nicht irgendein Pawn Shop sondern der Laden, in dem Pawn Stars auf Historychannel spielt - eine von Christian's Lieblingssendungen. Wir haben sogar auch ein paar der Gegenstände aus der Show im Laden gesehen. Ansonsten war das meiste dort recht überteuert. Aber wir hatten auch nicht wirklich vor etwas zu kaufen.
Danach wollten wir uns ein bißchen ausruhen und sind zurück ins Hotel gefahren. Die Strecke entlang des Strip hat fast eine halbe Stunde gedauert.
Nach zwei Stunden erholsamen Schlafs, haben wir uns fertig gemacht und ins Nachtleben gestürzt. Den Auftakt hat das Wasserspiele am Bellagio gemacht.

Zu klassischer Musik aus dem Lautsprecher haben schwenkbare Düsen, die in einzelnen Bereichen des Brunnens angeordnet sind in einer Choreographie zur Musik Wasser gespieen: in Laola-Wellen zu- und abnehmend hoch, rythmisch kurz und gigantisch hoch. Wir schätzen das die höchsten Fontänen 15-20 Meter gingen. Ich hätte nie gedacht, dass so ein Wasserspiel so spektakulär sein kann, wie es letztendlich aber war. Es findet ab nachmittags um 3 pm halbstündlich und nach 8 pm bis Mitternacht sogar viertelstündlich statt.
Von hier haben wir den Partybus zurück ins alte Las Vegas auf die Fremont Street genommen.
Hier kann man mit geringeren Einsätzen spielen als auf dem Strip.
Während man auf dem Strip beim Black Jack mit $10 und bei den slot machines $ 0,25 Mindesteinsatz zahlt, ist das auf der Fremont street entsprechend $3 und 1 cent. Da kann man dann schon mal eher loslegen... Und wie Christian sogar mit ein bisschen Gewinn davonziehen. Auch hier gibt es für die Gambler Freigetränke, es kann geraucht werden und durch entsprechendes Licht und Sauerstoffzufuhr wird man wachgehalten. Zwischendurch haben wir noch in einer Cocktailbar haltgemacht. Nachdem es keinen Galliano für Christian's Harvey Wallbanger gab, hat der mit frisch gezapftem Hamm's vorlieb genommen und ich hab meinen Cosmopolitan geschlürft. Um 2 am sind wir dann zurück zum Strip und haben noch Wasserfälle und Palmen beim Mirage und Fresken im Venetian beim Heim bummeln genossen.

Sonntag, July 17th:
Am Sonntag sind wir direkt nach Osten losgefahren und haben unterwegs Frühstück in Boulder City, NV im Southwest Diner gemacht: Rührei mit Hashbrowns (feine rohe Kartoffelstreifen in der Pfanne gebraten) und zwei Scheiben homemade Banana nut bread (also Kuchen) mit Butter. Christian hat seinen Kaffee in einer Art Terracotta-Blumentopf bekommen und ich mein Wasser in einem großen Ball-Einmachglas - wie in Wisconsin die Cocktails Up North. Sehr urige Atmosphäre!
In Boulder City beginnt dann bereits der lake Mead, der durch das Aufstauen am Hoover Dam entstanden ist. Den Hoover Dam kann man mit dem Auto überfahren und natürlich auch besichtigen. Dann sieht man allerdings nur die Ansicht von hinten. Für die James Bond-Ansicht gibt es seit Ende letzten Jahres aber auch eine Bypass-Brücke, auf die man zu Fuß laufen darf und von der aus man dann auf den Hoover Dam blicken konnte.
Beim Überqueren wechselt man die Zeitzone von Pacific zu Mountain time und den Staat von Nevada nach Arizona.

Um zum Grand Canyon zu kommen, muss man vom Hoover Dam die Straße durch den Golden Canyon nehmen, der hauptsächlich aus Wüste besteht. Nach ca. 2-3 Stunden Fahrt wechselt die Aussicht von kahlen Hügeln und Steppe zu grünen Wäldern. Dann fährt man durch den Kaibab National Forest noch ca. 1 Stunde bis zum Grand Canyon National Park.
Unser erster Halt war der Aussichtspunkt am Visitor Center am South Rim; d. h. an der Südkante des Canyons. Der Blick in den Canyon ist atemberaubend. Natürlich wußten wir ungefähr wie der Canyon aussehen würde, aber in Realität ist er viel größer als man ihn sich vorstellt. Jetzt wissen wir auch was atemberaubend heisst. Bis zum North Rim sind es 14 Meilen und in der Länge sind es mehr als 30 Meilen. Er erstereckt sich vor einem also wirlich so weit das Auge reicht.
Auf dem Desert View Drive kann man noch ein Stück weiterfahren und vorallem kommt man zu einem Einstieg in den Canyon. Daher sind wir am GrandView Trailhead ein Stück in den Canyon hinuntergelaufen und haben uns den Sonnenuntergang ca. 30 Meter unterhalb der Kante angesehen. Hier hatten wir absolute Ruhe! Wir haben den Colorado River von hier aus gesehen und im Osten muss es leicht geregnet haben, weil wir für einige Zeit einen Regenbogen gesehen haben.
Außerdem war es sehr bewölkt, wodurch die durchkommenden Sonnenstrahlen den Canyon in ein ganz besonderes Licht getaucht haben.

In der Nacht sind wir dann noch ein ganzes Stück zurückgefahren um die Strecke, die identisch zur Hinfahrt war schon hinter uns zu lassen.

Montag, July 18th:
Am Montag haben wir dann nach ca. einer Stunde die Grenze von Nevada nach California überschritten. Nachdem wir am Grand Canyon noch einige Wälder gesehen hatten, ging es jetzt wieder durch die Wüste. Wir haben einen Abstecher durch das Mojave National Preserve - die sogenannte Mojave Wüste - gemacht. Bei ca. 40˚C sind wir an Granit-Felsen, Sanddünen und Vulkangestein vorbeigefahren. Dazwischen haben wir auch ein paar ganz besondere Bäume, die sogenannten Joshua-Trees gesehen.
Die Sanddüne gehört zu den größten der USA und auch die Granitformationen sind sehr außergewöhlich. Vor über 100 Millionen Jahren konnte flüssige Masse durch die Bewegungen der Erdkruste nach oben entweichen, kühlte aber ab bevor sie die Oberfläche durchbrechen konnte. Dieses eingedrungene Tiefengestein wird Monzogranit genannt. Dieser Granit war von rechtwinkligen Fügenähten durchzogen. Durch das Einsickern von Grundwasser in die Bruchstellen, wurden harte Bestandteile in weichen Lehm verwandelt. Dadurch wurden die harten rechteckigen Blöcke mit der Zeit zu runden Steinen, die von weichem Lehm umgeben waren. Dies geschah vor Millionen Jahren, als in dieser Gegend noch sehr feuchtes Klima herrschte. Nach dem die letzte Trockenperiode begann und das Land verwüstete, waren die Niederschläge meist Sturzfluten, die die schützende Bodenschicht wegschwämmten. Dadurch wurden die Blöcke freigelegt und formen die Granitpfeiler, die heute zu sehen sind.
inaktive Vulkane mit Joshua-Tree im Vordergrund rechts
Die Joshua trees gehören zur Familie der Agaven. Sie ähneln der Mojave Yuccapalme. Im Gegensatz dazu haben Joshua trees kürzere und schmalere Blätter, die mehr wie Stacheln aussehen. Diese Bäume wachsen an unterschiedlichen Plätzen in Californien, Nevada, und Arizona, aber nur in der Mojave Wüste und natürlich im 100 Meilen südlicheren Joshua Tree National Park wachsen sie auf so großen Flächen. 
Und zu guter letzt gibt es hier auch noch Lavagestein von inaktiven Vulkanen, die einen Teil der Landschaft und natürlich besonders der Pflanzenwelt geprägt haben.
Unser Weg führt uns weiter durch flaches Wüstenland bis wir endlich kurz hinter Barstow in die Golden Hills einfahren, die die ersten Ausläufer der Sierra Nevada sind. Diese Hügel sind mit gelbem bzw. goldenem Gras bewachsen und erscheinen im Sonnenlicht tatsächlich golden.
In Bakersfield, der drittgrößten Stadt Kaliforniens ohne Meerzugang, fahren wir an Ölpumpen und Orangenbäumen vorbei. Nach Norden werden die Ölpumpen jedoch immer weniger und die Orangenhaine nehmen zu. Zu unserer rechten liegt bereits der Sequoia National Forest. Aber erst beim Ash Mountain Eingang fahren wir in den eigentlichen Park, den Sequoia National Park.
Zuerst passieren wir den Kaweah River, der in den Bergen des National Parks entspringt und durch einen bewaldeten Canyon ins 400 Meter ü. NHN tiefe Tal fließt. Wir hingegen fahren mit dem Auto in Serpentinen immer weiter hinauf. Am höchsten Punkt des Tages angekommen, sehen wir die Sonne über den Bergen untergehen.
Die Serpentinen sind für Christian genau das richtige - sowohl während der Dämmerung als auch nach Sonnenuntergang macht es Christian sehr viel Spaß hier entlang zu düsen. Im Schatten sehen wir die ersten Sequoias und am Big Stump Ausgang des Parks halten wir an, um die Sterne anzuschauen. Die sind hier ganz hell und deutlich zu erkennen - sogar die Milchstraße sticht heraus.
Nach wenigen Meilen finden wir auch ein kleines Motel, wo wir die Nacht verbringen.

Dienstag, July 19th:
Früh am morgen geht es los in den King's CanyonNational Park, der im Norden an den Sequoia angrenzt. Unser erster Stop ist der Panoramic Point. Von diesem 7500 feet hohen Punkt, liegt die ganze Sierra Nevada vor uns. Wir über blicken die Great Western Divide, eine Bergkette der Sierra Nevada, die von Norden nach Süden verläuft und bei der Faltung zweier tektonischer Platten entstanden ist.
Leider versperrt sie den Blick auf den größten Berg der 48 zusammenhängenden Bundesstaaten - Mt. Whitney mit fast 15,000 feet.
Von dort ging es abwärts zur Gabelung des Middle und South King's river.Von der Straße sind wir Richtung Yucca Point abgestiegen. Auf diesem Weg sieht man sowohl die einzelnen Flüsse, aber auch die Stelle, an der sie zusammenfließen.
Nachdem wir wieder hochgekraxelt waren, sind wir im Canyon des South Fork entlang bis zu den Grizzly Falls gefahren.
Dieser tossende, türkisfarbener Fluß hat eine richtig starke Strömung. Der Canyon ist tiefer als der Garnd Canyon an seiner tiefsten Stelle.
Um in den Sequoia Park zu kommen, sind wir eine anderen Weg zurückgefahren. Dieser führte uns am Hume Lake vorbei, den wir schon vom Panorama Point von oben gesehen hatten. Im Giant Forest haben wir uns dann den schwersten lebenden Baum der Welt angeschaut - den General Sherman tree. Er wird auf ein Alter von 2200 Jahren geschätzt.
Nicht weit davon ist das Tunnel log - ein umgefallener Riesenstamm (log), in den man einen Durchgang gesägt hat durch den man aufrecht durchgehen kann.
Außenrum stehen natürlich einige Riesenbäume, Im Park gibt es zwei Sorten. Einmal die Riesenmammutbäume (Sequoias mit eher Schachtelhalmen anstatt Nadeln und nur eiergrossen Zapfen) und die Redwoods, die aber hier im perfekten Klima auch riesig werden. Es ist eine Sache ein Foto zu sehen, wie ein Auto vor einem Baum steht und kleiner als der Stammdurchmesser ist, aber es ist eine ganz andere Sache diesen Baum dann in echt zu sehen und vor ihm zu stehen.

Danach ging es dann zum Moro Rock mit 6725 feet, ein riesen Granit Monolith, von dem man auf die Sierra Nevada und auf die Wipfel der Sequoias blicken kann. Weil Christian eine vermeintliche Abkürzung versuchen wollte, sind wir noch am Roosevelt Tree vorbeigekommen und haben mehrere 3er Gruppen von Sequoias gesehn. Dann ging es auf den Moro Rock hoch. Wenn man denkt: "jetzt sind wir gleich oben" dann geht es kurz ums Eck und man sieht, dass man erst die Hälfte des Weges hat. Obwohl der Aufstieg nicht ohne ist, ist der Ausblick die Strapazen wert. Wir haben einmalige Ausblicke auf die verschiedenen Berge und Regionen genossen.
Dann ging es zurück zum Auto und die Serpentienen wieder hinuter ins Tal. Auf dem Weg haben wir vier frische Orangen mitgenommen, die waren aber leider nicht aussergewöhnlich gut sondern nur wie normale, gute Orangen.

Nun ging es zum letzten Ziel Pasadena/Los Angeles. Zum Abendessen haben wir in Visalia angehalten und sind eher zufällig in einen hervorragenden Mexikaner gegangen. Henry Salazar. Ein echter Tipp. Danach wieder weiter auf die Autobahn, die dann um L.A. schon 6 Spuren in jede Richtung hat. Christian ist souverän durch die Stadt gekommenn und wir haben unser Tagesziel die Travellodge ohne Umwege erreicht.

Mittwoch, July 20th:
Am Morgen wollten wir am Strand von Santa Monica frühstücken. Das ist aber leichter gesagt als getan. Von unserem Hotel hatten wir es eigentlich nur knapp 20 Meilen bis zum Strand. Durch den heftigen Verkehr, der hier ja aber ganz normal ist, haben wir für dieses kleine Stück ganze 1,5 h gebraucht. Der Weg hat sich aber gelohnt. Wir sind am Strand entlang gelaufen und haben unsere Füße vom Pazifik umspülen lassen. Auf dem Pier haben wir dann gefrühstückt und den Ausblick und die Straßenmusik genossen. Allerdings hatten wir gar nicht mehr so lange Zeit, da wir ja auch noch zum Flughafen mussten und das Auto abgeben. Für diese 7 Meilen haben wir dann ebenfalls noch mal 30 Minuten gebraucht. Als wir das Auto zurückgebracht hatten, haben wir erfahren, dass unser Flug Verspätung haben wird, so dass wir noch ganz in Ruhe zu Mittag gegessen haben. Leider haben wir unseren Anschlußflug in Chicago verpaßt und ebenfalls den letzten Bus nach Madison, so daß wir die Nacht noch in Chicago (im Hotel) verbracht haben und erst am nächsten Morgen daheim angekommen sind. 

Sonntag, 10. Juli 2011

Was Greenwich und Wausau in Wisconsin gemeinsam haben

Wir waren am Wochenende wieder mit David und seinen Eltern im Wochenendhaus Up North. Diesmal natürlich nicht zum Snowmobil-Fahren, sondern um die Sonne und den Post-Lake zu genießen. Wir sind mit dem Boot raus und auf dem see gecruised. Christian hat mit dem Metalldetektor eine Sandbank abgesucht und ich habe versucht Wasserski zu fahren. Da das Boot nicht so schnell beschleunigen kann, muss man aus dem Wasser starten. Ich war zwar kurz davor, habe es aber diesmal nicht geschafft. Da heißt es nur üben, üben, üben.
Auf dem Rückweg haben wir im Zentrum der nördlichen Hälfte der westlichen Hemisphäre angehalten - was ein bißchen westlich von Wausau liegt. Dort treffen sich der 45˚ Längen- und der 90˚ Breitengrad. D. h. der Punkt liegt genau zwischen dem Äquator und dem Nordpol und ein Viertel der Länge um die Erde von Greenwich entfernt. Außer einer Tafel ist da aber natürlich nichts Spektakuläres zu sehen. Wenn man aber schon dran vorbei fährt, muss man auch anhalten!

Montag, 4. Juli 2011

Upper Mississippi

Dieses Wochenende haben wir unsere Erkundung des Mississippi fortgesetzt – und zwar 500 Meilen nördlich von Memphis in Wisconsin. Begonnen haben wir am Samstag mit La Crosse, ca. 2,5 Studen nordwestlich von Madison. Dort war Riverfest, so dass wir vermutet haben, dass auch etwas geboten sein würde. Zum Auftakt haben wir wieder eine “Paddlewheel-Dampfer”-Fahrt mit der La Crosse Queen gemacht. Natürlich war auch dieses Boot nicht mehr original, aber ein liebevoller Versuch. Wir hatten eine Cocktail-Cruise mit Pizza gebucht. Hier auf dem Land bedeutet Cocktail-Cruise, dass man Bier ausgeschenkt bekommt. Fancier war nicht drin!
Während der Fahrt haben wir die kleinen Inseln im Mississippi aus der Nähe gesehen und als Highlight wurde eine Lockbridge für uns geöffnet, damit wir passieren konnten. Wieder an Land, haben wir uns noch ein bisschen die Musik beim Riverfest angehört. Allerdings war das trotz der Grösse von La Crosse mehr eine kleine Dorfveranstaltung, so dass wir nach einer Stunde zu unserem nächsten Ziel – Prairie du Chien – aufgebrochen sind. Die Straße dorthin hat uns direct am Mississippi entlang geführt – mit dem Fluß zur linken und den charakteristischen Steilhängen, sogenannten Bluffs, zur rechten. Die Aussicht hat uns ans Maintal erinnert. Wenn man die Augen schließt und sich vorstellt aus Karlstadt rauszufahren Richtung Himmelstadt, dann sieht man den Main, davor die Schienen und links die Hänge. Bei uns war der Fluss allerdings über einen Kilometer breit und die Hänge nicht mit Weinstöcken beplanzt, sondern voller Bäume und Straücher, über denen Weißkopfadler (Bald Eagle) gekreist sind. Der Fluß kommt einem schon mehr wie ein See vor.
Blick von der Cruise auf dem Mississippi auf die Bluffs
Nach einer knappen Stunde waren wir in Prairie du Chien, das auf die fränzösische Namensgebung der “Prairie des Hundes” zurückgeht. Die Franzosen waren nämlich 1673 die ersten Europäer, die hier am Mississippi angelegt haben und auf den hier ansässigen Indianerstamm (Fox Indians) des Häuptlings Alim (Englisch "Hund") getroffen sind. Wenig später wurde hier dann eine Siedling errichtet, die nach Green Bay am Lake Michigan, die zweitälteste Siedlung im Wisconsin Territory war. Durch den Handel mit Pelzen entlang des Upper Mississippi wurden die Bewohner der Stadt schnell wohlhabend. Dies wurde auch erhalten, indem 1860 eine bedeutende Zugverbindung, die Milwaukee & Mississippi Railroad, vom Lake Michigan hierher gebaut wurde. Als der Pelzhandel an Bedeutung verlor, wurde auch dieser Handelspunkt nicht mehr benötigt, so dass die Stadt heute fast ausschließlich vom Tourismus lebt. Am Abend waren wir in Marquette und McGregor auf der anderen Flußseite und damit bereits in Iowa. Diese Städte haben noch den Charme von alten Westernstädten mit den typischen hohen Fassaden und kleineren Häusern dahinter.
Am Sonntag morgen haben wir dann eine zweite Bootstour gemacht, die unter dem Zeichen der Natur stehen sollte. Hier haben wir nicht nur einiges über die Geschichte der Stadt und die Schifffahrt auf dem Mississippi erfahren, sondern auch Bewohner der Inseln im Mississippi sehen können.

Dazu gehören Schildkröten, Wild, der Yellow Warbler (ein kleiner leuchtend gelber Vogel), Bieberdämme und natürlich Weißkopfadler in ihren Nestern. Sicherlich gibt es noch einiges mehr, aber die Weißkopfadler zu Gesicht zu bekommen hat sich bereits gelohnt. Am Nachmittag sind wir dann zurück nach Madison gefahren. Eins steht aber jetzt schon fest: hier gibt es noch viel zu sehen und deshalb kommen wir wieder!
Drei Weisskopfadler: ganz oben links ein Jungtier mit noch schwarzem Kopf, im Nest und etwas weiter unten rechts die beiden Eltern (schwer zu Fotografieren :-))