Sonntag, 17. Oktober 2010

UW Arboretum

Im Moment ist unsere Devise: so viel wie möglich draußen unternehmen - wir wissen ja nicht, wie kalt der Winter wirlklich wird und die Herbstfarben sind einfach atemberaubend. Die Farbenvielfalt an einem einzigen Baum ist fantastisch.
Daher sind wir heute mal ins Arboretum der University. Das ist eine Riesenfläche in der Nähe des Campus, zu der ein See "Lake Wingra" und eine Riesenfläche mit unterschiedlichen Pflanzenformen gehört. Das Ziel eines Arboretums ist es, die nativen Pflanzenkulturen, wie es sie seit Jahrhunderten in einem Landstrich gibt, zu erhalten und zu erforschen. Einzigartig in Madison ist dabei, dass nicht nur die Pflanzen, sondern auch der restliche Lebensraum von Kleintieren und Wild, Mosen, Flechten und Bakterien seine Berechtigung findet und sogar erwünscht ist. Da das Gelände sehr groß ist, haben wir heute zufälligerweise an einer kostenlosen Trolley-Tour durch das Gelände teilnehmen können. Zum Einen haben wir so die ganzen Bereiche nacheinander gesehen, zum Anderen auch noch viel Nützliches an background Infos erfahren.
Nach der Tour haben wir uns dann für einen Spaziergang durch die Prairie entschieden. Aufgrund der großen Fläche verlaufen sich die Besucher ganz gut uns man trifft gar nicht mal auf so viele andere Besucher. Im Frühjahr müssen wir aber unbedingt Mal in die sumpfigeren Ecken - Alejandro hat mir nämlich erzählt, dass da sogar Schildkröten rumlaufen. Die haben wir heute nicht gesehen.
 

Samstag, 16. Oktober 2010

Door County

Auf ins schönste County von Wisconsin: Door County! Das sagen uns jedenfalls ganz viele Leute hier, so dass wir uns davon natürlich einmal selbst überzeugen wollten. Door County ist ca. 4 Autostunden nordöstlich von Madison - eine kleine längliche Lanzunge, die in den Lake Michigan ragt.
Als festes Ziel hatten wir Plätze für eine Segway Tour im Peninsula State Park in der Nähe von Fish Creek gebucht.
Nach ein paar kleineren Stops entlang der Küste, sind wir dann am vereinbarten Treffpunkt angekommen. In einer Gruppe von 6 Teilnehmern haben wir zuerst mal die Basics auf einem Parkplatz gezeigt bekommen. Dabei hat unser Guide Linda jedem einzeln die ersten Moves gezeigt und uns dann alleine Üben lassen sobald es gut geklappt hat.
Nach ca. 30 Minuten Training, waren wir dann alle gewappnet für die Tour und konnten unseren Segway von der Schildkröten-Beschränkung bis 6 mph auf 12.5 mph freischalten. Und dann ging's los...auf gerader Strecke ordentlich düsen, bergauf, bergab und immer schön um die Kurven. Es war wirklich erstaunlich wie intuitiv die Teile funktionieren und wie schnell man sich sicher darauf fühlt.
Man kann über Schotter und kleiner Äste gut drüber und die Lenkung reagiert super schnell. An den Aussichtspunkten "mussten" wir dann immer mal absteigen und die Aussicht genießen :-)
Gesehen haben wir mehrere kleinere Inseln vor der Küste, wie hier z. B. Horseshoe Island, blaues Wasser und die Küste auf der anderen Seite, die schon zu Michigan gehört. Nach 2 Stunden war die Tour dann leider vorbei - sicher ist aber, dass wir das bald mal wieder machen. (Christian hat schon gleich recherchiert, in welchen Städten man überall Segway-Touren machen kann.)
Mittlerweile war es dann schon halb 6 und damit kurz vor Sonnenuntergang. Deswegen sind wir in den nächsten Ort gefahren - Ephraim - und haben uns am Pier gemütlich den Sonnenuntergang angesehen. Zum Abendessen haben wir uns eine gemütliches kleines Inn gesucht und bei Klaviermusik ein bisschen geschlemmt.
Eigentlich hatten wir geplant das ganze Wochenende zu bleiben. Da aber ein - für uns nicht wirklich interessantes - Festival dafür gesorgt hat, dass alle Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht waren und durch einen Sturm schon viele Bäume blattlos waren, sind wir nach dem Essen einfach heim gefahren. Eins ist aber sicher, zur Kirschblüte kommen wir wieder!

Samstag, 9. Oktober 2010

cranberry harvest

Heute sind wir bereits vor Sonnenaufgang aufgestanden, um rechtzeitig zur ersten Tour des Tages bei der Cranberry Ernte zu zusehen. Nach 2 Stunden Fahrt gen Norden, sind wir dann kurz vor 9 Uhr in Wood County angekommen. Zuerst haben wir etwas über die Geschichte des Cranberryanbaus in Wisconsin und Nordamerika im Allgemeinen erfahren. Z. B. wurde bis vor 15 Jahren noch über 90% der deutlich kleineren Ernte rein für die Feiertage Thanksgiving und Christmas angebaut. Seit aber Cranberry-Saft und auch getrocknete Cranberries weltweit immer beliebter werden, hat der Anbau deutlich zugenommen. Nach dieser kurzen Einführung ging es aber direkt raus auf die Felder.
Die Hälfte der Farmfläche besteht aus Wasserreservoirs, die zum Bewässern der Felder gebraucht werden. Ein weiterer, eher kleiner Teil, besteht aus Sandbecken und der Rest sind natürlich die cranberry beds. Bei der Ernte wird das Beet geflutet, bis nur noch die Spitzen der Sträucher herausstehen (rechts im Bild). Dann wird mit einem Mini-Drescher durchgefahren und die Cranberries von den Sträuchern abgeschlagen (links im Bild). Danach wird das Beet dann komplett geflutet, die Cranberries mit einer Absperrung auf einer Seite gesammelt und über ein Transportband auf Trucks geladen. Die Männer im Wasser ziehen die cranberries Richtung Transportband und ein kleiner Bulldog zieht die gelbe Absperrung enger bis das Beet abgeschöpft ist. (Der letzte Schritt ist im Film zu sehen. Der Ton muss richtig laut gedreht werden, weil meine Stimme durch den Wind recht leise geworden ist.)  

Die Farben sind der Hammer und bei strahlendem Sonnenschein am frühen Morgen war der Anblick ein Gedicht!
Nach einem Abstecher über Wisconsin Rapids sind wir dann Richtung Wisconsin Dells (zurück Richtung Süden) gefahren. Unterwegs sind wir noch einem Geheimtipp von unserem Tourguide gefolgt und haben in Babcock in einem kleinen Diner hausgemachte cranberry pie gegessen. Clara und ich hatten cranberry raspberry pie, Christian hat bei cranberry-nut zugeschlagen. War richtig gut und schön säuerlich!
In Wisconsin Dells sind wir dann kurz durch die Stadt geschlendert. Hier gibt es die größten Wasserparks der USA und dementsprechend touristisch ist die Stadt. Hier findet man alles von Indianerschmuck bis hin zu pinken "I love Wisconsin Dells"-T-shirts - natürlich alles made in China. Ist aber sehr lustig anzuschauen.
Zum krönenden Abschluss des Tages sind wir dann nochmal auf einen kurzen hike in den Devil's Lake State Park und haben den Sonnenschein (wir hatten 29°C), die frische Luft und natürlich die Farben des Indian Summer genossen. Wunderschön!

Samstag, 2. Oktober 2010

Art for free!

Heute war mal wieder Kultur angesagt. Gestartet sind wir am morgen mit einer Runde auf dem Farmer's Market. In wenigen Wochen wird der Markt nach innen verlegt, so dass wir die Gelegenheit noch einmal nutzen wollten. Zum Naschen gab es einen Scone mit dried cranberries und orange flavor. Und etwas später war dann warmes cheese bread dran. Das Brot hatten wir noch nie, obwohl es immer ausgerufen und gelobt wird wie verrückt. Schmeckt auch tatsächlich gut. Es ist wie ein Osterbrot mit gerösteten Zwiebeln und viel Käse. Nach unserer Runde habe ich mich mit Clara am Overture Center getroffen und Christian ist noch mal in den Biergarten, um die letzten sonnigen Tage auszunutzen.
Die Ausstellung war von einem Zusammenschluss von Hobbykünstlern aus Madison und Umgebung organisiert. Dabei gab es Malerei, Photographie, Schmuck und Töpferwaren zu sehen. Im Overture Center war von jedem Künstler ein Stück ausgestellt. Natürlich war nicht alles genial, aber der Abwechslungsreichtum war einfach genial. Zusätzlich dazu hat jeder Künstler dieses Wochenende sein Studio geöffnet, oder ist in anderen Ausstellungsräumen mit mehreren Stücken vertreten und steht für Fragen zur Verfügung. Wir haben die Studios in der Innenstadt besucht und einige richtig nette Stücke gesehen - vorallem bei den Fotos waren ein paar besondere Ideen dabei. Ich habe schon einige Ideen, was ich mal selbst ausprobieren will.