Donnerstag, 29. April 2010

Brot backen

Eigentlich dachte ich, ich hätte ganz gute Brotquellen in Madison entdeckt. Vorallem auf dem Bauernmarkt habe ich ja eine große Auswahl gefunden. Aber ich muss dann auch immer zusehen, dass ich dort hinkomme - und zwar rechtzeitig, damit noch was da ist.
Da bin ich auf die Idee gekommen, mal wieder chefkoch.de zu durchforsten und habe ein simples und vorallem schnelles Rezept zum Brot backen gefunden. Hierbei muss man nur alle Zutaten grob vermischen, den Teig dann für 24 Stunden stehen lassen und anschließend in einem Topf mit Deckel backen. Nach der Hälfte der Backzeit kann man den Deckel abnehmen. Dann ist das Brot bereits so aufgerissen und die Kruste entsteht dann im Anschluss. Hier habe ich eine Dinkel-Weizen-Mischung mit Quinoa, Sonnenblumenkernen und Sesam ausprobiert.
Sieht das Ergebnis nicht spitze aus?
Als ich die erste Scheibe gegessen habe, habe ich dann auch gemerkt, dass unsere Art Brot zu backen einfach anders ist... und das ich richtiges Brot doch vermisst habe.

Sonntag, 25. April 2010

Technik

Dieses Wochenende habe ich mich mal mit unserer Hightech-Küche und -wohnung auseinander setzen müssen. Das erste Sorgenkind war der garbage disposal. Nachdem wir einige Zeit mit unterschiedlichem Müll zum Zerhäckseln experimentiert hatten, war es dann Samstag so weit: das Teil hat gestreikt.
Naja, ich habe mal wieder bei "How stuff works" nachgeschaut und bin fündig geworden...wie man es sauber macht, repariert und in Schuss hält. Als erstes habe ich versucht ihn sauber zu machen. Dazu habe ich ordentlich baking soda reingekippt und mit Wasser aufgefüllt. Nach 10 Minuten wird dann mit kochendem Wasser nachgespült. Das wirkt so ähnlich wie Rohrreiniger und wird hier für alles mögliche verwendet: zum Putzen, Wäsche waschen und für die Poolwartung.
Nachdem ich dann den Reset-Knopf auf der Unterseite des Geräts gefunden hatte, ist er auch wieder angesprungen. zur Beseitigung aller reste - und zur Pflege - habe ich dann noch den Geheimtipp angewendet: Eiswürfel mit Orangenschale shreddern. Durch das Eis werden alle Reste von den Messern entfernt und durch die Orangenschalen riecht die Küche auch noch gut. Genialer Tipp!
Am Sonntag war ich dann am Kochen und dachte, ich schaffe es fertig zu Schnippeln bis das Öl heiß ist. Leider war ich nicht schnell genug und bevor ich mich versehen konnte, hat das Öl auch schon geraucht...und ist direkt zum Rauchmelder aufgestiegen. Dann hab ich so schnell wie möglich die Fenster aufgerissen und den Rauch mit den Ventilatoren im Wohn- und Schlafzimmer verteilt. Das hat dann zum Glück auch geklappt, so dass ich mich dann in Ruhe um 20:15 Uhr in Madison auf unsere Couch setzen konnte, um den neuesten Tatort zu schauen. Unsere Technik und die ARD Mediathek machen es möglich!

Sonntag, 18. April 2010

Brezen

Heute habe ich mich mal an Laugenbrezen versucht. Es gibt zwar einen Brezn-Stand in der Mall, aber ich habe von Alejandro gehört, dass der Geschmack nicht wirklich hinkommt. Nachdem er selbst ein Jahr in Deutschland gewohnt hat, vertrau ich ihm da. Aus dem Grund habe ich mir gedacht: das versuch ich mal selbst - dank chefkoch.de ist es ja kein Problem ein passendes Rezept zu finden.
Ich musste jedoch feststellen, dass Hefeteig gar nicht so leicht herzustellen ist, wenn man keine gute Küchenmaschine zur Hand ist. Da hab ich morgen bestimmt Muskelkater in den Oberarmen!
Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis meines ersten Versuchs. Die Konsistenz und der Geschmack passt sehr gut. Die Kruste ist allerdings nicht ganz so glatt und dunkel wie im Original. Außerdem habe ich kein grobes Salz gefunden. Ich mach es zwar immer ab, aber es hinterläßt ja doch einen leicht salzigen Geschmack.
Mal schaun, was ich da noch optimieren kann. Ich mag ja auch die Brezen mit Kürbiskernen, die es in Erlangen beim Beck gibt. Vielleicht versuch ich das beim nächsten Mal.
Ich bin gespannt, was Alejandro morgen sagt. Der ist mein Co-Tester, weil er Brezen auch vermisst, seit er nicht mehr regelmäßig nach Deutschland kommt.

Samstag, 17. April 2010

Farmer's Market on the Square

Am Samstag ist die Saison für den Farmer's Market wieder losgegangen. Dieser Grüne Markt findet rund ums Capitol in Madison statt und zugelassen sind nur Händler, die ihre Produkte selbst hergestellen.
Da gibt es jede Menge Stände mit saisonalen Produkten, was in Wisconsin im Moment Spinat, Pilze, Frühlingszwiebeln, Tomaten und der erste grüne Spargel zu sein scheint. Ein Stand hatte auch Riesen-Kohlrabi und Kohl. Natürlich gibt es auch Kartoffeln, Zwiebeln, jede Menge Käse, Marmelade und Fleisch. Am betsen fand ich, dass es an die 6 Bäcker-Stände gab, die richtiges Brot anbieten.
Im Bild sind die Stände entlang N Carroll Street (eine der vier Straßen) zu sehen. Ich denke, in den nächsten Wochen werden das sogar noch mehr Stände werden.
Lustig ist, dass die meisten Besucher mit ihren Thermo-Tassen oder Pappbechern voll Kaffee ankommen, die sie im drive throu gekauft haben. Auf dem Markt wird dann erstmal das Frühstück eingekauft: einen Blueberry-Muffin für sie und einen Donut für ihn. Nach dem Einkaufen muss dann natürlich noch mal was gegessen werden - vielleicht Stella's cheesey cheese bread? Das muss jedenfalls gut sein - war nämlich nach einer Runde ums Capitol erstmal ausverkauft.
Zu Hause hab ich meine Einkäufe dann ausgepackt und mir gleich was zu Mittag gekocht: gebratenen grünen Spargel mit frischem Sugo aus gelben und violetten Tomaten mit Thymian, dazu kleine in Butter geschwenkte Kartoffeln. Hier sind auch lila und rote Kartoffeln sehr beliebt. Gibt es sogar in jedem Supermarkt! Bon appétit!

Donnerstag, 15. April 2010

The Flying Dutchman

Am Freitag hatten wir Karten für die Oper im Overture Center of the Arts in Madison - ein Geburtstagsgeschenk von Agnieszka. Das Gebäude allein ist beeindruckend, vor allem wenn man sich die Größe vom Madison vor Augen führt. Für eine amerikanische Kleinstadt mit 240,000 Einwohnern ist hier sehr viel geboten. 
Wir haben "The Flying Dutchman" von Richard Wagner angeschaut und angehört und waren beide begeistert. Die Akustik war sehr gut und die Schauspieler haben den deutschen Text sehr gut hinbekommen. Mehrere Szenen wurden von einem großen Männerchor (Schiffsbesatzung) oder Frauenchor (Näherinnen) gesungen, was ganz toll geklungen hat.
Für die Zuschauer, deren deutsch nicht so gut wie unseres war, wurde der Text über der Bühne auf Englisch angezeigt. Das haben hier die meisten Theater oder Opernhäuser, was ich schon mit Judith in San Francisco genießen konnte.
Der Opernbesuch war die Krönung unserer ersten "Kurz"-Flitterwochen und wir sind gespannt, was das Kulturprogramm in Madison noch so zu bieten hat.

Freitag, 9. April 2010

We are gathered here...

Und dann kam unser großer Tag!
Nachdem wir uns zu Hause gestylt hatten, sind wir kurz nach 13 Uhr ins Hotel gefahren und haben dort angefangen unsere Technik aufzubauen. Die ceremony haben wir via ustream.tv live übertragen und als Backup noch mit einem Camcorder aufgenommen. Wie wir leider esrt später festgestellt haben, war die Tonqualität nicht besonders gut, so dass die Backup-Lösung sich echt gelohnt hat.
Während wir alles aufgebaut haben, war unsere Fotografin Marte schon dabei und hat uns bei der Positionierung beraten und fleißig fotografiert.

Kaum hatten wir noch ein paar Fotos von uns beiden vor dem Capitol gemacht, kam auch schon unser Friedensrichter und kurz danach unsere Trauzeugen Tim & Diane.
Unser Friedensrichter hat deutsche Vorfahren, so dass er deutsch ganz gut verstehen kann.Die Trauung wollten wir aber auf englisch haben.
Und schon ging es los:
...First and foremost, you bring to this marriage your love. The decision has been made in your hearts and minds, and we are here to witness the public expression of the commitments you have made privately to each other. Marriage is a relationship that requests mature understanding and trust in one another. You have resolved to share life's experiences and your hopes and dreams...
...und 5 Minuten später waren wir verheiratet!
Auch wenn die Idee der Übertragung nach Deutschland aus einem Scherz zwischen Alexandra und mir entstanden ist, war es am Ende wirklich schön zu wissen, dass unsere Eltern, Familie und Freunde online dabei waren.
Nachdem wir die Übertragung beendet hatten, haben wir mit Sekt auf unsere Vermählung angestoßen und Kuchen gegessen - Black Forest Cake.
Danach sind wir nach Hause gefahren, haben kurz in Deutschland angerufen und mit einer Folge "Simpsons" auf unseren Catering-Service gewartet. Kurz nachdem alles aufgebaut war, kamen unsere Partygäste - meine neuen Kollegen aus dem Polymer Engineering Center.
Nach einem relaxten Vormittag und einer Trauung, wie wir sie uns gewünscht hatten, haben wir den Tag dann mit gutem Essen, ein paar Drinks und in netter Gesellschaft ausklingen lassen.

Der Tag war einfach großartig und hat unser beider Leben verändert: wir gehören nun offiziell zusammen. Das fühlt sich super an!

Donnerstag, 8. April 2010

Hochzeitsvorbereitungen - kontinentübergreifend

Für eine Hochzeit ist ja bekanntlich einiges vorzubereiten. Es sollte zwar einfacher werden, wenn keine große Party zu organisieren ist, aber dafür muss man ja ziemlich viel alleine entscheiden. Oder?
In Zeiten digitaler Fotografie, Email und Webcams muss das gar nicht sein.
Bei der Auswahl meines Kleides habe ich z. B. meine Arbeitskollegin Teresa mitgenommen. Ich habe in einem typisch amerikanischen Brautmoden-Laden ca. 3 Stunden Kleider anprobiert. Die beiden schönsten haben wir dann an mir fotografiert und ich habe die Fotos meiner Mum zur Beratung geschickt. Am Tag davor hatten wir schon jede Menge Kleider parallel im Online-Shop angeschaut, so dass es am Ende eines dieser Kleider in "Victorian Lilac" wurde. Dann haben wir noch über die Farbe der Schuhe und des Schals diskutiert und am Ende bin ich dann in den Laden und hab alles bestellen können. Das Kleid musste noch gekürzt werden und die Schuhe und Handtasche in der Farbe des Kleides gefärbt. Das dauerte 3 Wochen, so dass wir alles am Tag vor der Hochzeit abholen konnten.

Ein Foto vom Kleid habe ich dann auch an Sonja geschickt, die zusammen mit Christian dann in Deutschland ein Hemd mit passender Krawatte ausgesucht hat. Die Farben haben super zusammen gepasst.
Über die Blumenauswahl habe ich mit Alexandra auf Skype gechattet und alle anderen Dinge konnte ich dann ja auch direkt mit Christian über Skype bersprechen. Die MusiK ("Canon D" von Johann Pachelbel und "From this moment on" von Shania Twain & Bryan White) haben wir uns bei YouTube ausgesucht und angeschaut, dann aufs iPhone runtergeladen und zur Trauung mitgenommen.
Meine Haare habe ich in der Woche davor "Probe hochgesteckt" und auch meiner Mum gezeigt. Die endgültige Frisur habe ich ihr dann am Hochzeitsmorgen live per Webcam präsentiert.
Multimedia macht´s möglich - und ich habe mich nie alleine gefühlt!