Montag, 4. Juli 2011

Upper Mississippi

Dieses Wochenende haben wir unsere Erkundung des Mississippi fortgesetzt – und zwar 500 Meilen nördlich von Memphis in Wisconsin. Begonnen haben wir am Samstag mit La Crosse, ca. 2,5 Studen nordwestlich von Madison. Dort war Riverfest, so dass wir vermutet haben, dass auch etwas geboten sein würde. Zum Auftakt haben wir wieder eine “Paddlewheel-Dampfer”-Fahrt mit der La Crosse Queen gemacht. Natürlich war auch dieses Boot nicht mehr original, aber ein liebevoller Versuch. Wir hatten eine Cocktail-Cruise mit Pizza gebucht. Hier auf dem Land bedeutet Cocktail-Cruise, dass man Bier ausgeschenkt bekommt. Fancier war nicht drin!
Während der Fahrt haben wir die kleinen Inseln im Mississippi aus der Nähe gesehen und als Highlight wurde eine Lockbridge für uns geöffnet, damit wir passieren konnten. Wieder an Land, haben wir uns noch ein bisschen die Musik beim Riverfest angehört. Allerdings war das trotz der Grösse von La Crosse mehr eine kleine Dorfveranstaltung, so dass wir nach einer Stunde zu unserem nächsten Ziel – Prairie du Chien – aufgebrochen sind. Die Straße dorthin hat uns direct am Mississippi entlang geführt – mit dem Fluß zur linken und den charakteristischen Steilhängen, sogenannten Bluffs, zur rechten. Die Aussicht hat uns ans Maintal erinnert. Wenn man die Augen schließt und sich vorstellt aus Karlstadt rauszufahren Richtung Himmelstadt, dann sieht man den Main, davor die Schienen und links die Hänge. Bei uns war der Fluss allerdings über einen Kilometer breit und die Hänge nicht mit Weinstöcken beplanzt, sondern voller Bäume und Straücher, über denen Weißkopfadler (Bald Eagle) gekreist sind. Der Fluß kommt einem schon mehr wie ein See vor.
Blick von der Cruise auf dem Mississippi auf die Bluffs
Nach einer knappen Stunde waren wir in Prairie du Chien, das auf die fränzösische Namensgebung der “Prairie des Hundes” zurückgeht. Die Franzosen waren nämlich 1673 die ersten Europäer, die hier am Mississippi angelegt haben und auf den hier ansässigen Indianerstamm (Fox Indians) des Häuptlings Alim (Englisch "Hund") getroffen sind. Wenig später wurde hier dann eine Siedling errichtet, die nach Green Bay am Lake Michigan, die zweitälteste Siedlung im Wisconsin Territory war. Durch den Handel mit Pelzen entlang des Upper Mississippi wurden die Bewohner der Stadt schnell wohlhabend. Dies wurde auch erhalten, indem 1860 eine bedeutende Zugverbindung, die Milwaukee & Mississippi Railroad, vom Lake Michigan hierher gebaut wurde. Als der Pelzhandel an Bedeutung verlor, wurde auch dieser Handelspunkt nicht mehr benötigt, so dass die Stadt heute fast ausschließlich vom Tourismus lebt. Am Abend waren wir in Marquette und McGregor auf der anderen Flußseite und damit bereits in Iowa. Diese Städte haben noch den Charme von alten Westernstädten mit den typischen hohen Fassaden und kleineren Häusern dahinter.
Am Sonntag morgen haben wir dann eine zweite Bootstour gemacht, die unter dem Zeichen der Natur stehen sollte. Hier haben wir nicht nur einiges über die Geschichte der Stadt und die Schifffahrt auf dem Mississippi erfahren, sondern auch Bewohner der Inseln im Mississippi sehen können.

Dazu gehören Schildkröten, Wild, der Yellow Warbler (ein kleiner leuchtend gelber Vogel), Bieberdämme und natürlich Weißkopfadler in ihren Nestern. Sicherlich gibt es noch einiges mehr, aber die Weißkopfadler zu Gesicht zu bekommen hat sich bereits gelohnt. Am Nachmittag sind wir dann zurück nach Madison gefahren. Eins steht aber jetzt schon fest: hier gibt es noch viel zu sehen und deshalb kommen wir wieder!
Drei Weisskopfadler: ganz oben links ein Jungtier mit noch schwarzem Kopf, im Nest und etwas weiter unten rechts die beiden Eltern (schwer zu Fotografieren :-))

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