Donnerstag, 16. Februar 2012

Der aktivste Vulkan der Welt auf Big Island

Von Maui aus sind wir nach Big Island geflogen – die Insel, die noch wächst, doppelt so groß wie die restlichen Inseln zusammen ist und Aloha noch richtig lebt. Vom Flughafen in Kailua-Kona sind wir mit dem Mietwagen erst einmal auf die andere Seite der Insel gefahren. Dazu haben wir die Südroute um die Insel genommen. Dabei sind wir am “Southernmost point of the USA” vorbei gekommen. Naja, vorbeigekommen stimmt nicht ganz, weil wir von der Straße noch 12 Meilen an die Küste fahren mussten. Die Straße ist richtig schlecht und dort ist es sehr windig. Die Bäume wachsen alle ganz gebogen. Direkt an den Klippen haben wir einige Angler gesehen, da die Strömung dort so stark ist, dass sich dort gerne riesige Fische aufhalten. Das Meer sieht dort aber wirklich sehr rauh aus.
Dann mussten wir den gleichen Weg zurück fahren und  haben als nächstes an einem schwarzen (Vulkan-)Sandstrand angehalten. Auf den umspülten Steinen haben sich ganz viele Krebse getummelt, aber der Strand war anscheinend auch bei den Einheimischen sehr beliebt.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt sind wir dann am Visitor Center des Volcano National Park angekommen. Da es dort ganze Busladungen voll asiatischer Touristen gab, haben wir uns nur für einen kurzen Abstecher entschieden. Wir haben den Krater gesehen, in dem 1959 das letzte Mal ein Riesenvulkanausbruch war. Wenn man nach unten in den Krater wander, kann man angeblich auch noch die Hitze am Boden spüren und bereits von oben sind noch Rauchschwaden am Boden des Kraters zu erkennen. Der ist aber ansosnten komplett von einem erstarrten Lavasee gefüllt. Die andere Sehenswürdigkeit war ein Lavatube. Das sind unterirdische, relative glatte, runde Tunnel, die beim Strömen von Lava hohl bleiben. Damit sind sie sehr gefährlich, solange, die erstarrte Lavaschicht darüber noch sehr dünn ist, weil man durchbrechen kann.
Dann sind wir aber endgültig weiter zu unserer Unterkunft gefahren, die nur 3 Fahrminuten von Kalapana entfernt ist – einer Stadt, die 1983 von einem Vulkanausbruch ausgelöscht wurde. Dort sieht man wie die Lava über die Ebene und Klippe geflossen ist und dann von der Gischt oder den Wellen im Allgemeinen abgerissen wurde. Die Klippe sieht dadurch ganz rauh aus und wo das Meer darunter flach genu gist, bilden sich über Jahre schwarze Lavasandstrände. Das Meer “zerkleinert” die Lavabrocken und spült sie als feinen oder etwas gröberen Sand (wie brauner Zucker) wieder an Land. Genauso wie solche Strände entstehen, verschwinden sie auch wieder Jahrzehnte nachdem der Sandnachschub  versiegt.
Unsere Ferienwohung war ein original balinesiche Hütte mit offenem Erdgeschoß, in dem Küche, Essbereich und eine Art Wohnzimmer untergebracht waren. Darüber war der Schlafbereich mit Bad mit hohem Giebel und Blick durch die Palmen aufs Meer. Wir hatten wirklich das Gefühl im Paradies angekommen zu sein!
Diese Seite von Big Island bekommt den ganzen Regen ab (an 2 von 3 Tagen regnet es), so dass die Vegetation sehr üppig ist. Ähnlich wie die Road to Hana ist hier ein Regenwaldgebiet. Hier wurden wir von Grillen und Vogelgezwitscher in den Schlaf gewiegt!
Am nächsten Tag sind wir entlang der Küste nach Hilo gefahren. Der Weg war von Regelwald überwachsen und wir haben an einer Stelle angehalten, wo sich die Kapaho Tide Pools im Meer gebildet haben. Hier waren wir ganz nah an der Easternmost Ecke der Insel. Hier haben wir aufs Meer geschaut und ganz tief eingeatmet, den die Luft, die hier ebenfalls aus dem Südosten ankommt ist die reinste Luft der Welt. Sie ist nämlich das längstmögliche Stück nur über den Pazifik geweht und wird daher weltweit als Referenz zur Messung der Luftreinheit herangezogen. Da wir auf der ganzen Insel von sehr sauberer Luft verwöhnt waren, haben wir hier einen leichten Meerwassergeruch wahr genommen. Sicher war das trotzdem gut für unsere Lungen!
In Hilo sind wir dann auf den Farmer’s Market gegangen, der wie an jedem Mittwoch, aber auch Samstags von den meisten Händlern besucht wird. Dort gab es Handarbeitskunst wie Schmuck, Tücher und Fotos, aber auch ein ganzes Zelt mit Obst und Gemüse. Wir haben ein paar Sommer rolls mit Lilikoi-(Hawaiianischer Name für Maracuja) Limonade getrunken und für einen Obstsalat eingekauft: Ananas, Lilikoi, Rambutan und Papaya. Der Preis für Papaya lag bei $1 für 3 Stück. Und weil wir anscheined nach returning customers aussahen, haben wir eine vierte noch dazu geschenkt bekommen. Hier haben wir auch eine frische Kakaofrucht zum Mitnehmen nach Deutschland gekauft. Allerdings haben wir später herausgefunden, dass wir sie nicht mitnehmen können, da es sich um eine samenhaltige Frucht handelt. Daher haben wir sie aufgemacht und die rohen Bohnen probiert. Es soll sich dabei um einen total gesunden Snack halten, ist aber so bitter wie man es sich vorstellt, so dass es geschmacklich nicht der Hit war.
Für den Nachmittag hatten wir einen Helicopterflug über den aktiven Teil des Vulkans gebucht. Während der Pu’u O’o Krater noch 2 Monate vorher Lava ausgestoßen und große Lavaströme ins Meer geflossen waren, konnten wir nur noch einen vergleichsweise kleinen Lavastrom sehen. Dieser war aber nur aus der Luft so klein, denn wir haben sogar im Hubschrauber gemerkt, dass es etwas wärmer geworden ist. Auch direkt im Krater hat man noch an mehreren Stellen gelb-oranges Glühen durch die Kruste sehen können und weißer Rauch war noch häufiger. Zum Abschluß haben wir noch eine Runde über ein paar Wasserfälle nördlich von Hilo gedreht, die aber im Vergleich gegen den Vulkan etwas verblast sind.

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