Donnerstag, 9. Februar 2012

Haleakalā National Park

Der Haleakalā National Park ist ein Zeugnis der Entstehung der Inseln von Hawaii durch vulkanische Eruptionen. Den Namen hat der Park von Haleakalā (3.055 m Höhe), einem ruhenden Vulkan, der zuletzt um 1790 ausbrach. Seit 1980 ist der Park ein internationales Biosphärenreservat. Der Park umfasst 122 km² mit 100 km² Wildernis.
Der Krater ist eigentlich ein von starken Regenfällen über jahrtausende ausgewaschenes großes Becken mit mehreren Vulkankegeln (Cinder cones) und dicken Schichten von Asche und Bims.
Es handelt sich dabei um Schildvulkane, also sehr flache Vulkane mit einer Hangneigung von meist nicht mehr als 5°, welche stattdessen eine sehr große Ausdehnung annehmen können. Diese Form entsteht durch die sehr dünne Lava die beim Austritt eine hohe Flissgeschwindigkeit entwickelt und sich somit weit ausbreiten kann. Die dünnflüssige Lava der Schildvulkane mit einer Temperatur von 1000°C - 1250°C entsteht durch einen geringen Anteil von Gas und Siliziumdioxid und gibt den Schildvulkanen aufgrund ihrer rotglühenden Farbe auch den Beinamen Rote Vulkane. Die Lava der Schildvulkane kann sich über hunderte Quadratkilometer ausdehnen und wird bei der Erstarrung zu Basalt.
Durch die Mondlandschaft
Wir sind am Dienstag zum Park gefahren, haben unsere Erlaubnis für die reservierte Cabin abgeholt, ein nettes Ehepaar gefunden, das uns von unserem exit trailhead mit zum Gipfel genommen hat, da wir dort in den Krater einsteigen wollten. Kurz vor Mittag sind wir dann auch über einen der beiden Wanderwege, den Sliding Sands trail, in den Krater abgestiegen. Auf dem Weg haben wir die alpine Zone durchwandert, in der kaum Pflanzen wachsen. Bereits kurz nach Beginn der Wanderung kann man erkennen, woher der Sliding Sands Trail seinen Namen hat, denn die kleinen Steine unter den Schuhen stauben wie feiner Sand. Sliding heißt auf Deutsch "rutschend", und wegen des entsprechenden Untergrunds ist der Aufstieg auf diesem Trail um ein Vielfaches anstrengender als der Abstieg. Dieser "Sand" besteht aus vulkanischer Schlacke und Asche, die bei vielen verschiedenen Eruptionen vor Hunderten und Tausenden von Jahren heraus geschleudert wurden. Beim Abstieg zeigt sich der Krater in seiner ganzen Farbenpracht: Rot, Gelb, Orange, Violett, Braun, Grau, Schwarz und viele Mischfarben wechseln einander ab. Dazwischen wachsen immer wieder Silberschwerter, eine typische Pflanze in diesem Teil des Parks. Zusammen mit den Lavaformationen (poröse Steine) und deren Anordnung erinnerte das meiste an eine "Raumschiff Enterprise"-Kulisse.
Auf der Strecke haben wir 790 Höhenmeter auf 6,3 km zurückgelegt. Die ganze Strecke von 9 km bis zu unserer Hütte (Kapalaoa) haben wir in 2:40 h geschafft. Da uns die Ranger gesagt hatten wir brauchen zwischen 4 und 6 Stunden für den Weg, hatten wir dort jede Menge Zeit. Christian hat in der Hütte erst einmal eingeheizt und sich dann ausgeruht während ich mir mit Lesen die Zeit vertrieben habe. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann ein Stück auf einem anderen Trail gelaufen und haben den Sonnenuntergang genossen. Danach wurde es ziemlich schnell dunkel und wir sind zurück in die Hütte gegangen. Aus den Stockbetten haben wir uns versucht ein breiteres Bett für uns beide zu bauen. Leider war das nur halberfolgreich. Obwohl das Feuer ordentlich gebrannt hat, ist die Hütte sehr schnell ausgekühlt. Die Kälte war noch ganz gut zu verkraften, aber die "Betten" waren so unbequem und hart, dass wir nicht wirklich schlafen konnten. Die Temperaturen sind von +30˚C am Tag in der Nacht auf unter den Gefrierpunkt gefallen, so dass der Nebel sich als Eiskristalle am Boden niedergeschlagen hatte.
Der Frost der Nacht bleibt im Schatten der Felsen und Steine
Zum Sonnenaufgang sind wir dann ebenfalls ein Stück gelaufen und haben das Farbenspiel am Himmel und die Eiskristalle am Boden bewundert. Nachdem wir am Vortag schon deutlich mehr gelaufen waren und somit gesehen hatten als geplant, haben wir uns aufgrund der schlechten Nachtruhe dazu entschlossen, am gleichen Tag komplett aus dem Park zu wandern. Diesmal haben wir den Halemau'u trail genommen. Dieser führt 5,6 km bergauf und -ab durch ebenfalls relativ karge Landschaft. Zu Beginn des Weges war das Tauen der Eiskristalle ein tolles Schauspiel. Die Bereiche, die im Schatten von Steinen lagen, wiesen noch Eiskristalle auf, während die Sonne in allen anderen Bereichen bereits alles weggeschmolzen hatte. In diesem Abschnitt dominieren schwarz, grau und dunkelbraun.
Der steile Aufstieg
Nach ca. zwei Stunden hatten wir bei der Holua Cabin die Hälfte des Weges zurückgelegt. Nun lag mit weiteren 6 km der Aufstieg von 2115 m auf 2436 m vor uns. Leider ging es zu Beginn erst noch einmal ca. 100 Meter bergab, so dass der Aufstieg dann 400 Höhenmeter waren. Der Weg schlängelte sich in Serpentinen den stark bewachsenen Berg hinauf und nach 2:20 h hatten wir den Weg durch die Wolken trotz meiner Höhenangst gemeistert. Es war wirklich super, das Auto gleich dort vor Ort zu haben...vor allem weil ich vergessen hatte, es abzuschließen :-)

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