Sonntag, 21. Februar 2010

american bureaucrazy

Damit ich Tag und Nacht an der Uni arbeiten kann, musste ich natürlich ein paar Formalitäten erledigen: mich als Stipendiatin melden, meine Krankenversicherung bezahlen, meine ID abholen (auf der dann später die Zugangsberechtigung für meine Gebäude programmiert wird) und alle anderen Schlüssel einsammeln. Da diese Sachen nur in einer bestimmten Reihenfolge erledigt werden können, musste ich am Donnerstag also ein paar Mal über den Campus laufen, um alles einzusammeln. Und überall durfte ich wieder ein Formular ausfüllen - obwohl meine Daten alle schon im System gespeichert waren. Aber zur Sicherheit muss das schon sein!
Meine Route war also wie folgt:
  1. Ins Payroll Office um mich zu melden und zu erfahren, was ich alles machen muss
  2. von da zur Memorial Union, um ein Foto von mir machen zu lassen und meine ID abzuholen
  3. weiter zur East Campus Mall, um meine Krankenversicherung zu beantragen (Formular) und zu bezahlen
  4. zum Transportation Service in 21 North Park, um meine kostenlose Busfahrkarte abzuholen (Formular)
  5. hoch in den 5. Stock, um mich bei der Visa-Stelle zu melden (Formular)
  6. zurück in mein Gebäude (zum Dean) um meine Schlüssel zu beantragen (Formular)
  7. das Formular musste mein Professor unterschreiben
  8. dann wieder hoch zum Dean
  9. von dort mit ein paar Zetteln zur East Campus Mall, wo auch die Kasse ist, um ein Pfand für die Schlüssel zu hinterlegen
  10. zurück zu meinem Gebäude, ins Büro vom Dean und die Schlüssel holen

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Am Montag versuche ich dann meine Social Security Number zu beantragen :-)

Wahrscheinlich ist das an jeder größeren Uni in USA so und irgendwann werden wird auch in Deutschland so weit sein. Was ich aber wirklich positiv hervorheben muss, ist die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, die ich auf diesem Weg erlebt habe. Nicht nur dass ich überall gefragt wurde, wie es mir geht und ob alles in Ordnung ist, aber auch bei der kleinsten Frage habe ich eine freundliche und ausführliche Antwort bekommen. Und natürlich die allerbesten Wünsche für den Rest meines Tages.
Man kann dabei über die Aufrichtigkeit der Amis denken, was man will, aber es fühlt sich einfach besser an, wenn jemand am Schalter oder auf der Straße nett zu Dir ist. Ich find das super!

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