Samstag morgen sind wir dann zusammen mit Holger mit der Bahn in die Stadt gefahren. Die Züge sehen von außen ja fast wie rohe Stahlstücke aus, von innen ist es aber nicht besser. Mit den vielen groben Verstrebungen fühlt man sich ein bißchen wie im Gefängnistransport. Dafür gibt es aber auch ein paar nette Gimmicks. So kann man durch Verschieben der Rückenlehnen aus einem Zweier- einen Vierersitz machen. Außerdem hat man in der Mitte der Rücksitzlehne einen Klipp um die Zugtickets zu befestigen. So kann der Schaffner direkt im Vorbeigehen die Tickets kontrollieren.
Von der Union Station sind wir dann zur Brücke an der North Michigan Avenue gelaufen. Dort haben wir gesehen, dass wir es mit einem Großereignis zu tun hatten: die Brücken in der Umgebung sowie die Flußpromenade war zu beiden Seiten mit Zuschauern besetzt.
Die Zuschauer waren alle in grün gekleidet und hatten Mützen, Hüte und Anstecker mit Kleeblättern drauf. Schließlich hatte wir uns auch noch ein paar gute Plätze an der Promenade ergattert und dann kamen die zwei Bote auch schon. Eines der Bote (im Bild) hat die Farbe ins Wasser gelassen und ist dabei zwischen zwei Brücken hin- und hergefahren. Hinterher kam das zweite Boot, das versucht hat mit seinen Bugwellen die Farbe weiter zu verteilen. Das hat auch super funktioniert - aber schliesslich hat sich das auch schon seit Jahren bewährt. Der Fluss war in kürzester Zeit richtig gift-grün.Und das ist er auch für einige Zeit geblieben. Zwischen dem Färben und der Parade sind wir noch ein bißchen durch die Stadt gelaufen und auch zwei Stunden nach dem Färben war der Fluss noch intensiv gefärbt.Um zwei Uhr nachmittags sollte die Parade in der Nähe des Millenium Park losgehen. Aufgrund der vielen Besucher waren die Strassen weitläufig abgesperrt, so dass wir ganz schön außen rum laufen mussten, bis wir angekommen waren. Einen schönen Platz hatten wir allerdings schnell gefunden.
Wir waren ganz schon überrascht wie weit die Leute angereist waren, um sich die Parade anzusehen. Direkt hinter uns waren Leute aus New York und Canada. Bei der Parade haben Musik- und Tanzgruppen, High-Schools und irisch stämmige Politiker mit ihren Familien teilgenommen. Am coolsten waren für mich die Tanzgruppen. Die Mädchen hatten typische Kostüme mit dem irischen Knoten und Schillerlocken-Perücken an und sind entlang der Strasse getanzt. Und natürlich dürfen die Duddelsack-Spieler nicht vergessen werden. Trotzdem waren wir froh als die Parade vorbei war, da die Stadt uns einen sehr typischen Tag geboten hatte: der Wind ist uns nämlich die ganze Zeit um die Ohren geblasen, so dass wir auch froh waren dem Trubel entkommen zu konnen und im Zug ganz windstill zurückzufahren.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen